VLAN ID Calculator

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VLAN ID Calculator

Berechne VLAN-IDs nach IEEE 802.1Q. Mit 802.1Q Tag-Analyse (PCP/DEI/VID), VLAN-Bereichen, Trunk-Konfiguration und Subnetz-Planer.

IEEE 802.1Q VLAN-ID PCP / DEI Subnetz-Planer Tag-Visualisierung

Hinweis: Alle Berechnungen erfolgen lokal in deinem Browser. VLAN-Tagging ist im IEEE 802.1Q standardisiert und wird für die logische Trennung von Netzwerken auf Layer 2 verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

  • VLAN-ID Rechner: Gültigkeit und Typ prüfen (Normal/Extended/Reserviert)
  • 802.1Q Tag-Analyse: PCP, DEI und VID visualisieren
  • VLAN-Bereiche: Normal (1-1005), Extended (1006-4094), Reserviert
  • Batch-Modus: Mehrere VLAN-IDs prüfen
  • VLAN vs. Subnetz: Vergleich und Best Practices
  • Theorie: Über VLANs, Trunking und 802.1Q
  • Geschichte: Von LAN-Segmenten zu VLANs
  • FAQ: Häufige Fragen zu VLAN-IDs

1. VLAN ID Rechner

Gib eine VLAN-ID ein – Gültigkeit, Typ und 802.1Q Tag werden sofort berechnet.

12-Bit Wert (0-4095)
3-Bit Priorität (0-7)
1-Bit Drop-Indicator
802.1Q Tag Visualisierung
Detaillierte Informationen
VLAN-Bereiche nach IEEE 802.1Q

VLAN-IDs sind in verschiedene Bereiche unterteilt – nicht alle sind nutzbar.

Reserviert
0, 4095

Nicht nutzbar – reserviert für zukünftige Standards

Normal Range
1 – 1005

Standard-Bereich für normale VLANs (Cisco: 1-1001 nutzbar)

Cisco Reserviert
1002 – 1005

Reserviert für Token Ring und FDDI (veraltet)

Extended Range
1006 – 4094

Erweiterter Bereich für große Netzwerke (VTP transparent)

VLAN vs. Subnetz

VLAN (Layer 2)

Logische Trennung auf Switch-Ebene:

  • IEEE 802.1Q Standard
  • Broadcast-Domäne pro VLAN
  • Unabhängig von IP-Adressen
  • Tag-basiert (4 Byte)
  • VLAN-ID: 1-4094

VLAN 10 = Marketing

Subnetz (Layer 3)

Logische Trennung auf IP-Ebene:

  • IP-Adressierung (IPv4/IPv6)
  • Eigener Broadcast-Bereich
  • Routing zwischen Subnetzen
  • CIDR-Notation
  • Präfix: /8 bis /32

192.168.10.0/24

Best Practice: 1 VLAN = 1 Subnetz

In der Praxis wird meist 1 VLAN = 1 Subnetz verwendet. Das vereinfacht das Routing, erhöht die Sicherheit und macht die Netzwerk-Dokumentation übersichtlicher. Beispiel:

  • VLAN 10 → 192.168.10.0/24 (Marketing)
  • VLAN 20 → 192.168.20.0/24 (Entwicklung)
  • VLAN 30 → 192.168.30.0/24 (Gäste)
  • VLAN 99 → 192.168.99.0/24 (Management)

2. Theorie – VLANs und 802.1Q

Verstehe die Grundlagen von VLANs, Tagging und Trunking.

Was ist ein VLAN?

Ein VLAN (Virtual Local Area Network) ist ein logisch getrenntes Netzwerk auf einer physischen Switch-Infrastruktur:

  • Broadcast-Domäne: Eigenes Segment
  • Unabhängig: Von physischer Topologie
  • Sicherheit: Trennung von Abteilungen
  • Flexibilität: Geräte per Konfiguration zuweisen
VLAN 10 = Marketing, VLAN 20 = IT

802.1Q Tag

Das 802.1Q Tag ist 4 Byte lang und wird in das Ethernet-Frame eingefügt:

  • TPID (16 Bit): 0x8100 – Tag Protocol ID
  • PCP (3 Bit): Priority Code Point (0-7)
  • DEI (1 Bit): Drop Eligible Indicator
  • VID (12 Bit): VLAN Identifier (0-4095)
TPID=0x8100, PCP=0, DEI=0, VID=100

PCP – Priorität (QoS)

Der PCP (Priority Code Point) steuert die QoS-Priorität:

  • 0: Best Effort (Standard)
  • 1: Background
  • 2: Excellent Effort
  • 3: Critical Applications
  • 4: Video (<100ms Latenz)
  • 5: Voice (<10ms Latenz)
  • 6: Internetwork Control
  • 7: Network Control
Voice-Traffic: PCP = 5

Best Practices

  • VLAN 1: Nicht für Nutzdaten verwenden!
  • Management-VLAN: Separates VLAN (z.B. 99)
  • Native VLAN: Auf Trunks ändern (nicht 1)
  • Dokumentation: VLAN-Plan schriftlich festhalten
  • Reservierungen: 100er-Blöcke pro Standort
  • Voice-VLAN: Separate VLANs für VoIP
VLAN 1 = Default (nicht nutzen!)

Wussten Sie schon?

Der VLAN-ID-Bereich umfasst 12 Bit – also 4096 mögliche Werte (0-4095). Davon sind 0 und 4095 reserviert. Cisco reserviert zusätzlich 1002-1005 für Token Ring und FDDI. Damit bleiben in der Praxis 4092 nutzbare VLANs (1-4094) – mehr als genug für die meisten Netzwerke.

3. Geschichte der VLANs

Von LAN-Segmenten zur logischen Netzwerktrennung.

1980er

LAN-Segmentierung

Netzwerke werden durch Router und Bridges segmentiert. Physische Trennung ist teuer und unflexibel. Erste Überlegungen zu virtuellen LANs entstehen.

1990

Erste VLAN-Konzepte

Kalpana (später Cisco) führt erste VLAN-Implementierungen ein. Switch-Hersteller entwickeln proprietäre Lösungen – Standardisierung ist dringend nötig.

1995

IEEE 802.1Q Start

Die IEEE 802.1Q Arbeitsgruppe beginnt mit der Standardisierung von VLAN-Tagging. Ziel: Herstellerübergreifende Kompatibilität.

1998

IEEE 802.1Q veröffentlicht

Der 802.1Q Standard wird veröffentlicht. Das 4-Byte-Tag mit TPID, PCP, DEI und VID wird definiert. VLANs werden herstellerübergreifend nutzbar.

2003

QinQ (802.1ad)

QinQ (auch Stacked VLANs) wird standardisiert. Zwei VLAN-Tags ermöglichen Provider-Bridging (Metro Ethernet). TPID 0x88A8 für äußeres Tag.

2005

VLAN-Sicherheit

Erste VLAN-Hopping-Angriffe werden bekannt (Switch Spoofing, Double Tagging). Sicherheitsmaßnahmen wie Native VLAN ändern, DTP deaktivieren werden Standard.

2010er

VXLAN & EVPN

Für Cloud- und Rechenzentrums-Netzwerke wird VXLAN (RFC 7348) entwickelt. 24-Bit VNI ermöglicht 16 Millionen Segmente – deutlich mehr als VLANs.

Heute

VLANs im Alltag

VLANs sind Standard in jedem Unternehmensnetzwerk. Kombination mit SDN, VXLAN und Segment Routing. VLAN-IDs bleiben für klassische Layer-2-Netze unverzichtbar.

4. FAQ – Häufige Fragen

Häufige Fragen zu VLAN-IDs

Welche VLAN-IDs kann ich verwenden?

Der nutzbare VLAN-ID-Bereich hängt vom Switch ab:

BereichIDsNutzbar
Reserviert0, 4095Nein
Normal (Cisco)1 – 1001Ja
Cisco reserviert1002 – 1005Nein (Token Ring/FDDI)
Extended1006 – 4094Ja (VTP transparent)

Empfehlung:

  • VLAN 1: Nicht für Nutzdaten verwenden!
  • Management: Separates VLAN (z.B. 99)
  • Nutzer: 100-999 (Normal Range)
  • Erweitert: 1006-4094 (nur wenn nötig)
Was ist der Unterschied zwischen Access und Trunk Ports?
MerkmalAccess PortTrunk Port
VLANs1 VLANMehrere VLANs
TaggingKein Tag802.1Q Tag
VerwendungEndgeräte (PC, Drucker)Switch-zu-Switch, Router
Native VLAN–1 VLAN ohne Tag
Konfigurationswitchport mode accessswitchport mode trunk

Access Port: Ein Gerät, ein VLAN – Frames ohne Tag.

Trunk Port: Mehrere VLANs – Frames mit 802.1Q Tag (außer Native VLAN).

Was ist das Native VLAN?

Das Native VLAN ist das VLAN, dessen Frames auf einem Trunk ohne Tag übertragen werden:

  • Standard: VLAN 1
  • Empfehlung: Ändern auf ungenutztes VLAN!
  • Grund: VLAN-Hopping-Angriffe verhindern
  • Wichtig: Beide Trunk-Enden müssen übereinstimmen

Sicherheitsrisiko: Wenn Native VLAN auf beiden Seiten unterschiedlich ist, können Frames ins falsche VLAN gelangen (VLAN Hopping).

Best Practice: Native VLAN = 999 (ungenutzt) auf allen Trunks.

Was bedeutet PCP und wofür brauche ich es?

PCP (Priority Code Point) ist ein 3-Bit-Feld im 802.1Q Tag für QoS-Priorisierung:

PCPPrioritätVerwendung
0Best EffortStandard-Traffic
1BackgroundBackups, Bulk
2Excellent EffortBusiness-Critical
3Critical AppsERP, Datenbanken
4VideoStreaming (<100ms)
5VoiceVoIP (<10ms)
6Internetwork CtrlRouting-Protokolle
7Network ControlSTP, Management

Anwendung: Voice-Traffic erhält PCP=5, Video PCP=4 – so werden sie bei Überlast bevorzugt.

Was ist QinQ (802.1ad)?

QinQ (auch Stacked VLANs oder 802.1ad) verwendet zwei VLAN-Tags:

  • Äußeres Tag (S-TAG): TPID = 0x88A8, Provider-VLAN
  • Inneres Tag (C-TAG): TPID = 0x8100, Kunden-VLAN

Verwendung:

  • Metro Ethernet: Provider transportiert Kunden-VLANs
  • Rechenzentren: Mehrere Kunden auf gleicher Infrastruktur
  • Skalierung: 4094 × 4094 = ~16 Mio. Kombinationen

Vorteil: Kunden behalten ihre VLAN-IDs, Provider nutzt eigene.

VLAN oder Subnetz – was ist der Unterschied?
MerkmalVLANSubnetz
LayerLayer 2 (Ethernet)Layer 3 (IP)
TrennungBroadcast-DomäneIP-Bereich
KommunikationNur über RouterNur über Router
StandardIEEE 802.1QRFC 791 / RFC 4291
IdentifierVLAN-ID (1-4094)Netzwerkadresse (CIDR)

Best Practice: 1 VLAN = 1 Subnetz

Beispiel:

  • VLAN 10 → 192.168.10.0/24
  • VLAN 20 → 192.168.20.0/24

Vorteil: Klare Trennung, einfaches Routing, bessere Sicherheit.

Sollte ich VLAN 1 verwenden?

Nein – VLAN 1 sollte nicht für Nutzdaten verwendet werden!

Gründe:

  • Standard: Alle Ports sind initial in VLAN 1
  • Native VLAN: Standard-Native auf Trunks
  • Sicherheitsrisiko: Angreifer können VLAN 1 nutzen
  • Broadcast-Domain: Zu groß, unübersichtlich

Best Practice:

  • VLAN 1: Nur für Management (mit ACLs)
  • Native VLAN: Auf ungenutztes VLAN ändern (z.B. 999)
  • Nutzdaten: Ab VLAN 10 aufwärts

Sicherheitsmaßnahmen: switchport trunk native vlan 999 auf allen Trunks.

Wie plane ich VLANs richtig?

VLAN-Planungsempfehlungen:

  • Struktur: Nach Funktion oder Standort
  • Reserven: 20-30% Puffer für Wachstum
  • Blöcke: 100er-Blöcke pro Standort
  • Dokumentation: Schriftlich festhalten
  • Konsistenz: Einheitliche Namensgebung

Beispiel-Schema:

  • 1-9: Management/Infrastruktur
  • 10-99: Server
  • 100-199: Nutzer (Standort A)
  • 200-299: Nutzer (Standort B)
  • 300-399: Voice/VoIP
  • 400-499: Gäste/DMZ
  • 999: Native VLAN (ungenutzt)

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • VLAN: Logische Trennung auf Layer 2 (IEEE 802.1Q)
  • VLAN-ID: 12 Bit (0-4095), nutzbar 1-4094
  • 802.1Q Tag: TPID (16), PCP (3), DEI (1), VID (12)
  • PCP: QoS-Priorität (0=Best Effort, 5=Voice, 7=Network)
  • Access Port: 1 VLAN, kein Tag
  • Trunk Port: Mehrere VLANs, mit 802.1Q Tag
  • Native VLAN: Ungetaggt auf Trunks – auf 999 ändern!
  • VLAN 1: Nicht für Nutzdaten verwenden!
  • Best Practice: 1 VLAN = 1 Subnetz
  • QinQ: Zwei Tags für Provider-Netzwerke
  • Unser Tool: VLAN-ID-Rechner mit Tag-Analyse und Batch-Prüfung

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