Passwort-Entropie-Rechner

SICHERHEITS-TOOL

Passwort-Entropie-Rechner

Berechne die Entropie deines Passworts in Bits, die Anzahl der Kombinationen und die geschätzte Knackzeit. Mit Zeichensatz-Analyse, Muster-Erkennung und Sicherheitsbewertung.

Entropie in Bits Zeichensatz-Analyse Knackzeit Muster-Erkennung Verbesserungsvorschläge

Datenschutz-Garantie: Dein Passwort wird niemals an einen Server gesendet. Die gesamte Analyse erfolgt zu 100% lokal in deinem Browser. Du kannst den Code gerne überprüfen!

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

  • Entropie-Rechner: Bits, Kombinationen, Knackzeit
  • Zeichensatz-Analyse: Welche Zeichenarten sind enthalten?
  • Muster-Erkennung: Schwachstellen im Passwort
  • Knackzeit: Vergleich verschiedener Angriffs-Szenarien
  • Theorie: Was ist Entropie und wie wird sie berechnet?
  • Geschichte: Von Shannon zu NIST-Empfehlungen
  • FAQ: Häufige Fragen zur Passwort-Entropie

1. Passwort-Entropie berechnen

Gib ein Passwort ein, um die Entropie, Kombinationen und Knackzeit zu berechnen.

Das Passwort wird nur lokal analysiert – nichts wird gesendet.
0 28 60 100 128+
0 Bits
Entropie
–
0 Zeichen
0 Zeichensatz
– Kombinationen
– Suchraum
Geschätzte Knackzeit
Schwachstellen-Analyse
Gib ein Passwort ein, um die Analyse zu starten.
Wussten Sie schon?
  • Entropie misst die Zufälligkeit eines Passworts in Bits.
  • Die Formel lautet: Entropie = Länge × log₂(Zeichensatz)
  • Jedes zusätzliche Bit verdoppelt die Anzahl der Kombinationen.
  • 128 Bits gelten heute als sicher gegen Brute-Force.
  • Ein Passwort mit 8 Zeichen hat maximal ~50 Bits Entropie.
  • Eine Passphrase mit 6 Wörtern aus 7.000 Wörtern hat ~77 Bits.
  • Shannon prägte 1948 den Begriff "Entropie" in der Informationstheorie.

2. Was ist Passwort-Entropie?

Entropie ist ein Maß für die Unvorhersehbarkeit eines Passworts. Je höher die Entropie, desto schwerer ist es zu erraten oder zu knacken.

Die Entropie-Formel

Die Entropie wird in Bits gemessen:

H = L × log₂(N)
  • H: Entropie in Bits
  • L: Länge des Passworts
  • N: Größe des Zeichensatzes

Beispiel: 8 Zeichen, 26 Buchstaben → 8 × log₂(26) ≈ 37,6 Bits

Warum ist Entropie wichtig?

Die Entropie bestimmt direkt, wie viele Versuche ein Angreifer braucht:

  • 30 Bits: ~1 Mrd. Kombinationen – in Sekunden geknackt
  • 50 Bits: ~10^15 Kombinationen – Stunden bis Tage
  • 80 Bits: ~10^24 Kombinationen – Jahrhunderte
  • 128 Bits: ~10^38 Kombinationen – praktisch unknackbar

Jedes zusätzliche Bit verdoppelt die Anzahl der Kombinationen.

Zeichensatz-Größe

Die Größe des Zeichensatzes bestimmt die Entropie pro Zeichen:

  • Ziffern (10): 3,32 Bits/Zeichen
  • Kleinbuchstaben (26): 4,70 Bits/Zeichen
  • Groß + Klein (52): 5,70 Bits/Zeichen
  • Alphanumerisch (62): 5,95 Bits/Zeichen
  • Alle ASCII (94): 6,55 Bits/Zeichen
  • Unicode (~65.536): 16 Bits/Zeichen

Länge vs. Komplexität

Die Länge ist wichtiger als die Komplexität:

  • 8 Zeichen, 94 Zeichensatz: 52,4 Bits
  • 12 Zeichen, 26 Zeichensatz: 56,4 Bits
  • 16 Zeichen, 26 Zeichensatz: 75,2 Bits
  • 20 Zeichen, 26 Zeichensatz: 94 Bits

Fazit: Ein langes Passwort mit Kleinbuchstaben ist besser als ein kurzes mit Sonderzeichen!

Wichtig: Entropie ist nicht alles!
  • Die theoretische Entropie geht von echter Zufälligkeit aus.
  • Ein Passwort wie Passwort123! hat theoretisch 65 Bits, ist aber in Wortlisten enthalten – real nur ~10 Bits.
  • Die Muster-Erkennung dieses Tools deckt solche Schwächen auf.
  • Für echte Sicherheit: Passwort-Manager mit Zufallsgenerator verwenden.

3. Entropie vs. Knackzeit

Die folgende Tabelle zeigt, wie lange ein Brute-Force-Angriff bei verschiedenen Entropie-Werten dauert.

Entropie Kombinationen Online (10/s) Offline (10 Mrd/s) GPU-Cluster (200 Mrd/s) Bewertung
20 Bits ~10^6 27 Stunden < 1 ms < 1 ms Sehr schwach
30 Bits ~10^9 3 Jahre 0,1 Sekunden 5 ms Schwach
40 Bits ~10^12 3.000 Jahre 2 Minuten 5 Sekunden Mittel
50 Bits ~10^15 3 Mio. Jahre 1 Tag 1 Stunde Mittel
60 Bits ~10^18 3 Mrd. Jahre 3 Jahre 2 Monate Stark
80 Bits ~10^24 10^15 Jahre 3 Mio. Jahre 150.000 Jahre Sehr stark
100 Bits ~10^30 10^21 Jahre 10^12 Jahre 10^10 Jahre Extrem stark
128 Bits ~10^38 10^29 Jahre 10^20 Jahre 10^18 Jahre Praktisch unknackbar
Entropie-Empfehlungen (NIST 2024)
  • Minimum: 50 Bits Entropie (z.B. 10 Zeichen alphanumerisch)
  • Empfohlen: 80 Bits Entropie (z.B. 16 Zeichen alphanumerisch)
  • Hochsicherheit: 100+ Bits Entropie (z.B. 20 Zeichen gemischt)
  • Passphrases: 4-6 zufällige Wörter = 50-80 Bits
  • Passwort-Manager: 128+ Bits (16+ zufällige Zeichen)

4. Geschichte der Passwort-Entropie

Von Shannons Informationstheorie zu modernen NIST-Empfehlungen.

1948

Shannon's Informationstheorie

Claude Shannon veröffentlicht "A Mathematical Theory of Communication" und prägt den Begriff der Entropie. Er legt damit die Grundlage für die moderne Passwort-Sicherheit.

1978

Morris & Thompson

Robert Morris und Ken Thompson beschreiben in "Password Security: A Case History" die ersten Passwort-Studien. Sie empfehlen längere Passwörter mit gemischtem Zeichensatz.

1994

Erste Passwort-Richtlinien

Erste Unternehmen führen Passwort-Richtlinien ein: Mindestens 8 Zeichen, Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern. Die Idee der "Komplexität" entsteht.

2004

NIST SP 800-63

Das NIST veröffentlicht erstmals Richtlinien für elektronische Authentifizierung. Fokus auf Entropie statt nur auf Komplexität.

2013

"The Mathematically Correct Horse Battery Staple"

Randall Munroe (XKCD) zeigt in seinem berühmten Comic, dass Passphrases sicherer und einfacher zu merken sind als komplexe Kurzpasswörter. Ein Meilenstein der Passwort-Diskussion.

2017

NIST SP 800-63B

Das NIST verwirft Komplexitätsregeln und setzt auf Länge und Entropie. Passphrasen werden ausdrücklich empfohlen. Keine erzwungenen Sonderzeichen mehr!

Heute

Passwort-Manager & FIDO2

Moderne Empfehlungen: Passwort-Manager mit 128+ Bit Entropie, Zwei-Faktor-Authentifizierung und FIDO2/Passkeys als zukunftssichere Alternative.

5. FAQ – Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Passwort-Entropie

Was ist Entropie überhaupt?

Entropie ist ein Maß für die Unvorhersehbarkeit eines Passworts. Sie wird in Bits gemessen und gibt an, wie viele Ja/Nein-Fragen nötig wären, um das Passwort zu erraten.

Beispiel: Ein Passwort mit 50 Bits Entropie benötigt im Schnitt 2^49 ≈ 5,6 × 10^14 Versuche – das sind etwa 560 Billionen Versuche.

Wichtig: Entropie ist nur ein theoretisches Maß. Reale Angriffe nutzen oft Wörterbücher oder Muster, um die effektive Entropie zu reduzieren.

Wie wird die Entropie berechnet?

Die Formel lautet:

H = L × log₂(N)

  • H: Entropie in Bits
  • L: Länge des Passworts (Anzahl Zeichen)
  • N: Größe des Zeichensatzes

Beispiele:

  • 8 Zeichen, nur Kleinbuchstaben: 8 × log₂(26) = 37,6 Bits
  • 8 Zeichen, alle ASCII-Zeichen: 8 × log₂(94) = 52,4 Bits
  • 16 Zeichen, alle ASCII-Zeichen: 16 × log₂(94) = 104,8 Bits

Wichtig: Diese Formel geht von echter Zufälligkeit aus. Bei menschengemachten Passwörtern ist die reale Entropie oft viel niedriger!

Wie viele Bits Entropie sind sicher?

Die Empfehlungen hängen vom Kontext ab:

  • Unter 28 Bits: Sehr schwach – in Sekunden geknackt
  • 28–35 Bits: Schwach – in Minuten bis Stunden geknackt
  • 36–59 Bits: Mittel – in Tagen bis Jahren geknackt
  • 60–79 Bits: Stark – Jahrhunderte bis Jahrtausende
  • 80–99 Bits: Sehr stark – Millionen von Jahren
  • 100+ Bits: Extrem stark – praktisch unknackbar
  • 128+ Bits: Sicher gegen alle bekannten Angriffe

NIST-Empfehlung 2024: Mindestens 50 Bits für normale Konten, 80+ Bits für sensible Daten.

Was ist besser: Länge oder Komplexität?

Länge ist wichtiger als Komplexität! Der Grund:

  • Komplexität erhöht den Zeichensatz (z.B. von 26 auf 94) → Faktor ~3,6 pro Zeichen
  • Länge erhöht die Anzahl der Zeichen → Faktor Zeichensatz pro Zeichen

Vergleich:

  • 8 Zeichen, 94 Zeichensatz: 8 × 6,55 = 52,4 Bits
  • 12 Zeichen, 26 Zeichensatz: 12 × 4,70 = 56,4 Bits
  • 16 Zeichen, 26 Zeichensatz: 16 × 4,70 = 75,2 Bits

NIST 2017: Komplexitätsregeln wurden verworfen. Fokus auf Länge und Entropie. Passphrasen sind ausdrücklich empfohlen.

Warum ist mein Passwort trotz hoher Entropie unsicher?

Die theoretische Entropie geht von echter Zufälligkeit aus. In der Praxis gibt es viele Schwächen:

  • Wörterbuch-Wörter: Passwort123! hat theoretisch 65 Bits, ist aber in Wortlisten enthalten – real nur ~10 Bits.
  • Muster: Qwerty123! folgt einem Tastatur-Muster – leicht zu erraten.
  • Persönliche Daten: Namen, Geburtsdaten, Haustiere – in Social-Media-Profilen zu finden.
  • Wiederholungen: aaaaBBBB1234 – geringe effektive Entropie.
  • Leetspeak: P@ssw0rd – von Tools leicht erkannt.

Unser Tool prüft diese Muster und zeigt die effektive Entropie an, nicht nur die theoretische.

Wie viele Kombinationen hat mein Passwort?

Die Anzahl der Kombinationen berechnet sich aus:

Kombinationen = N^L

  • N: Größe des Zeichensatzes
  • L: Länge des Passworts

Beispiele:

  • 6 Ziffern: 10^6 = 1.000.000
  • 8 Kleinbuchstaben: 26^8 ≈ 2 × 10^11
  • 8 Alphanumerisch: 62^8 ≈ 2 × 10^14
  • 12 Alphanumerisch: 62^12 ≈ 3 × 10^21
  • 16 Alphanumerisch + Sonderzeichen: 94^16 ≈ 4 × 10^31

Faustregel: Jedes zusätzliche Zeichen multipliziert die Kombinationen mit der Zeichensatz-Größe.

Was ist eine Passphrase und wie sicher ist sie?

Eine Passphrase ist eine Folge von mehreren Wörtern, z.B. "Kaffee-Tiger-Berg-Wolke-7".

Entropie-Berechnung:

  • Bei 7.000 gängigen Wörtern: ~12,8 Bits pro Wort
  • 4 Wörter: 4 × 12,8 = 51,2 Bits
  • 5 Wörter: 5 × 12,8 = 64 Bits
  • 6 Wörter: 6 × 12,8 = 76,8 Bits
  • 7 Wörter: 7 × 12,8 = 89,6 Bits

Vorteile:

  • Leicht zu merken (Bilder im Kopf)
  • Sehr lang (30+ Zeichen)
  • Hohe Entropie bei zufälliger Wortwahl

Wichtig: Wörter müssen wirklich zufällig gewählt werden – nicht aus einem Satz ableiten!

Wie oft sollte ich mein Passwort ändern?

Die Empfehlungen haben sich geändert:

  • Früher (bis 2017): Alle 90 Tage ändern
  • Heute (NIST 2024): Nur bei Verdacht auf Kompromittierung

Warum die Änderung?

  • Erzwungene Änderungen führen zu schwächeren Passwörtern (z.B. Passwort1 → Passwort2)
  • Nutzer wählen oft vorhersehbare Varianten
  • Regelmäßige Änderungen sind kein Schutz gegen moderne Angriffe

Stattdessen:

  • Starke, einzigartige Passwörter pro Dienst
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
  • Passwort-Manager verwenden
  • Bei Datenleck sofort ändern
Was ist der Unterschied zwischen Entropie und Passwortstärke?

Entropie ist ein theoretisches Maß für die Zufälligkeit eines Passworts.

Passwortstärke ist ein praktisches Maß, das auch andere Faktoren berücksichtigt:

  • Entropie: Wie viele Kombinationen gibt es?
  • Wörterbuch-Attacken: Ist das Passwort in Wortlisten?
  • Muster: Folgt es bekannten Mustern?
  • Persönliche Daten: Enthält es Namen, Daten?
  • Wiederverwendung: Wird es mehrfach verwendet?
  • Hash-Funktion: Wie schnell kann es getestet werden?

Unser Tool berechnet die theoretische Entropie und zeigt zusätzlich die Schwachstellen an, die die reale Sicherheit reduzieren.

Warum sollte ich einen Passwort-Manager verwenden?

Passwort-Manager lösen die zentralen Probleme der Passwort-Sicherheit:

  • Zufälligkeit: Generiert Passwörter mit 128+ Bits Entropie
  • Einzigartigkeit: Für jeden Dienst ein anderes Passwort
  • Speicherung: Verschlüsselt in einer Datenbank
  • Autofill: Schutz vor Phishing-Seiten
  • Synchronisation: Auf allen Geräten verfügbar
  • Leak-Prüfung: Warnt bei bekannten Datenlecks

Empfehlungen: Bitwarden (Open Source), 1Password, KeePassXC, Dashlane.

Wichtig: Ein starkes Master-Passwort mit hoher Entropie ist Pflicht – am besten eine Passphrase mit 6+ Wörtern!

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • Entropie misst die Unvorhersehbarkeit in Bits
  • Formel: H = L × log₂(N)
  • Länge ist wichtiger als Komplexität
  • 50 Bits: Minimum für normale Konten
  • 80 Bits: Empfohlen für sensible Daten
  • 128 Bits: Praktisch unknackbar
  • Passphrases: 5-6 zufällige Wörter = 64-77 Bits
  • Wörterbuch-Angriffe: Reduzieren effektive Entropie drastisch
  • NIST 2024: Länge statt Komplexität, keine erzwungenen Wechsel
  • Passwort-Manager: Generiert 128+ Bit Passwörter
  • 2FA: Zusätzliche Schutzschicht
  • Unser Tool: Lokale Entropie-Analyse mit Muster-Erkennung

Weitere Tools

Brute-Force Simulator

Simuliere Passwort-Angriffe und erfahre, wie lange ein Brute-Force dauert.

Zum Tool
Passwort-Stärke-Check

Analysiere die Stärke deines Passworts mit detaillierten Empfehlungen.

Zum Tool
Passwort-Generator

Erstelle sichere, zufällige Passwörter mit individuellen Optionen.

Zum Tool
Hash Generator

MD5, SHA-1, SHA-256 und SHA-512 für Text und Dateien.

Zum Tool