Passwort-Stärke-Check

SICHERHEITS-TOOL

Passwort-Stärke-Check

Analysiere die Sicherheit deiner Passwörter mit Entropie-Berechnung, Crack-Zeit-Schätzung und intelligenter Muster-Erkennung.

Sicherheit Entropie Crack-Zeit Muster-Check 100% Lokal

Datenschutz: Deine Passwörter werden ausschließlich lokal in deinem Browser verarbeitet. Es werden keine Daten an Server gesendet, gespeichert oder protokolliert.

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

  • Einzel-Check: Ein Passwort analysieren
  • Batch-Modus: Mehrere Passwörter prüfen
  • Passwort-Generator: Sichere Zufallspasswörter erstellen
  • Erweiterte Muster-Erkennung: Deutsche Wörter, Jahreszeiten, Jahreszahlen, Leetspeak
  • Crack-Zeit: Online/Offline-Angriffe
  • Theorie: Über Passwort-Sicherheit
  • FAQ: Häufige Fragen zu Passwörtern

1. Passwort-Stärke-Check

Gib ein Passwort ein – die Analyse erfolgt live während des Tippens.

Live-Analyse während des Tippens · Passwort wird nicht gespeichert

2. Theorie – Passwort-Sicherheit

Verstehe die Grundlagen sicherer Passwörter und Angriffsarten.

Was ist Entropie?

Entropie (nach Shannon) misst die Zufälligkeit in Bits:

  • Formel: E = Länge × log₂(Zeichensatz)
  • < 28 Bit: Sehr schwach
  • 28-35 Bit: Schwach
  • 36-59 Bit: Mittel
  • 60-127 Bit: Stark
  • ≥ 128 Bit: Sehr stark
20 Zeichen × log₂(94) ≈ 131 Bit

Crack-Zeit-Berechnung

Die Zeit zum Knacken hängt von Entropie und Angriffsgeschwindigkeit ab:

  • Online (Web): ~100 Versuche/Stunde
  • Online (SSH): ~10.000/s (mit Rate-Limit)
  • Offline (MD5): ~100 Mrd./s (GPU)
  • Offline (bcrypt): ~10.000/s (langsam by design)
  • Offline (Argon2): ~1.000/s (sehr sicher)
128 Bit = praktisch unknackbar

Muster-Erkennung

Unser Tool erkennt typische Schwächen:

  • Häufige Passwörter: Top-500-Liste
  • Deutsche Wörter: Sommer, Winter, Schatz
  • Jahreszahlen: 1990-2030
  • Wort+Zahl: Passwort123
  • Leetspeak: P@ssw0rd, H3llo
  • Tastaturmuster: qwerty, asdfgh
Passwort123 → 5 Bit (nicht 65!)

Best Practices

  • Passphrase: 4-5 zufällige Wörter
  • Länge: Mindestens 16 Zeichen
  • Unique: Nie das gleiche Passwort 2×
  • Passwort-Manager: Bitwarden, KeePass, 1Password
  • 2FA: Zweiter Faktor immer aktivieren
  • Keine Muster: Kein Datum, Name, Ort
"korrekt-pferd-batterie-klammer" ≈ 100 Bit

Warum "Passwort123" gefährlich ist

Obwohl Passwort123 auf 11 Zeichen kommt und alle Zeichensätze nutzt, ist es katastrophal schwach. Der Grund: Es besteht aus einem bekannten Wort ("Passwort") + Sequenz ("123") + ist in jeder Wörterbuchliste enthalten. Angreifer nutzen Wörterbuch-Angriffe, die genau solche Muster zuerst prüfen. Die reale Entropie liegt bei ~10-15 Bit (nicht 65!) – knackbar in Sekunden. Merke: Länge allein reicht nicht – der Inhalt muss unvorhersehbar sein!

3. Geschichte der Passwörter

Von Wörtern zu Passphrases – 60 Jahre Passwort-Entwicklung.

1961

Erste Passwörter am MIT

Am MIT wird das CTSS (Compatible Time-Sharing System) mit Passwörtern eingeführt. Nutzer konnten sich mit einem einfachen Wort anmelden.

1970er

Kryptographisches Hashing

Unix führt Passwort-Hashing mit crypt() ein. Klartext-Passwörter werden nicht mehr gespeichert. Erste Version mit 25-facher DES-Verschlüsselung.

1985

Erste Passwort-Wörterbücher

Morris & Thompson veröffentlichen eine Studie: 30% aller Passwörter sind Wörter aus einem 10.000-Wörter-Wörterbuch. Erste Passwort-Richtlinien entstehen.

1990er

Passwort-Richtlinien

Unternehmen führen Komplexitätsregeln ein: Großbuchstaben, Ziffern, Sonderzeichen, regelmäßige Wechsel. Erste Passwort-Manager (KeePass 2003) kommen auf.

2003

Rainbow Tables

Rainbow Tables ermöglichen das schnelle Knacken von MD5/SHA1-Hashes. Salted Hashes werden Standard. bcrypt (1999) und scrypt (2009) als Antwort.

2012

GPU-Cracking

Hashcat und John the Ripper nutzen GPUs. Cracking-Raten steigen auf Milliarden Versuche/Sekunde. Lange Passwörter werden essentiell.

2017

NIST SP 800-63B

NIST veröffentlicht neue Richtlinien: Länge statt Komplexität, keine erzwungenen Wechsel, Passphrases fördern, Sperrlisten nutzen. Paradigmenwechsel!

Heute

Passkeys & FIDO2

Passkeys (WebAuthn, FIDO2) ersetzen Passwörter durch kryptographische Schlüssel. Phishing-resistent, keine Passwörter mehr nötig. Die Zukunft ist passwortlos.

4. FAQ – Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Passwörtern

Warum wird "Passwort123" als unsicher erkannt?

"Passwort123" erfüllt zwar die reine Entropie-Formel (11 Zeichen × log₂(62) ≈ 65 Bit), ist aber extrem schwach:

  • Bekanntes Wort: "Passwort" ist in jeder Wörterbuchliste
  • Sequenz: "123" ist die häufigste Ziffernfolge
  • Muster: Wort + Zahl ist Standard-Angriffsziel #1
  • Reale Entropie: ~10-15 Bit (nicht 65!)

Crack-Zeit: < 1 Sekunde mit moderner Hardware.

Merke: Die mathematische Entropie-Formel überschätzt Passwörter mit erkennbaren Mustern massiv!

Wie lang sollte ein sicheres Passwort sein?

Aktuelle Empfehlungen (NIST SP 800-63B):

VerwendungMindestlänge
Web-Accounts8 Zeichen
Wichtige Accounts (E-Mail, Banking)12-15 Zeichen
Administrator-Passwörter20+ Zeichen
Passphrase (4-5 Wörter)25+ Zeichen
Kritische Infrastruktur30+ Zeichen

Faustregel: Länge schlägt Komplexität. Eine Passphrase aus 5 zufälligen Wörtern (korrekt-pferd-batterie-klammer-2024) ist sicherer als ein 10-Zeichen-Passwort mit Sonderzeichen.

Was ist Entropie und wie wird sie berechnet?

Entropie (nach Claude Shannon) misst die Zufälligkeit in Bits:

Formel: E = Länge × log₂(Zeichensatzgröße)

Zeichensatzgrößen:

  • Nur Kleinbuchstaben: 26 (4,7 Bit/Zeichen)
  • + Großbuchstaben: 52 (5,7 Bit/Zeichen)
  • + Ziffern: 62 (5,95 Bit/Zeichen)
  • + Sonderzeichen: 94 (6,55 Bit/Zeichen)

Wichtig: Diese Formel gilt nur für echt zufällige Passwörter. Bei erkennbaren Mustern (Wort+Zahl) ist die reale Entropie drastisch niedriger.

Unser Tool korrigiert die Entropie entsprechend erkannten Mustern nach unten.

Was sind Passphrases und warum sind sie besser?

Passphrases sind Sätze aus mehreren zufälligen Wörtern:

  • Beispiel: korrekt-pferd-batterie-klammer
  • Länge: 4-5 Wörter, 20-30 Zeichen
  • Entropie: ~13 Bit pro Wort → 50-65 Bit
  • Leicht zu merken: Bild im Kopf
  • Schwer zu knacken: Keine Wörterbuch-Angriffe

Warum besser als kurze komplexe Passwörter?

  • Länge: 25 Zeichen > 10 Zeichen
  • Memorierbar: Kein Zettel nötig
  • Robust: Auch gegen GPU-Cracking
  • Diceware: Würfel-basiert (echt zufällig)

Empfehlung: 5 Wörter aus 7.776-Wort-Liste = ~65 Bit. Mit Sonderzeichen & Zahl = ~75 Bit.

Was sind Passkeys und ersetzen sie Passwörter?

Passkeys (WebAuthn, FIDO2) sind kryptographische Schlüsselpaare:

  • Private Key: Bleibt auf deinem Gerät
  • Public Key: Wird beim Dienst gespeichert
  • Biometrie/PIN: Entsperrt den Private Key
  • Kein Passwort: Wird nie übertragen

Vorteile:

  • Phishing-resistent: Kein Geheimnis zum Stehlen
  • Kein Passwort-Reuse: Pro Dienst eigener Key
  • Bequem: Fingerabdruck oder Face ID
  • Synchronisiert: iCloud, Google, 1Password

Aktueller Stand (2024): Apple, Google, Microsoft unterstützen Passkeys. PayPal, GitHub, Amazon bieten sie an. Nicht überall verfügbar.

Sind Passwort-Manager sicher?

Ja, sehr sicher – wenn richtig genutzt:

  • Verschlüsselung: AES-256 für Datenbank
  • Zero-Knowledge: Anbieter kennt Master-Passwort nicht
  • Starke Ableitung: PBKDF2, Argon2 für Master-Key
  • Open Source: KeePass, Bitwarden (besser)
  • Unique Passwörter: Für jede Seite ein anderes

Nachteile:

  • Single Point of Failure: Bei Verlust alle Passwörter weg
  • Master-Passwort: Muss sehr stark sein
  • Cloud-Anbieter: Vertrauen in Verschlüsselung
  • Kompromittierung: Bei Malware auf Endgerät

Empfehlung: Bitwarden oder KeePass XC nutzen. Master-Passwort als Passphrase (25+ Zeichen).

Warum sind regelmäßige Passwort-Wechsel obsolet?

NIST SP 800-63B (2017) empfiehlt keine erzwungenen Wechsel mehr:

Probleme mit erzwungenen Wechseln:

  • Schwächere Passwörter: Nutzer wählen einfache Muster
  • Inkrementell: Passwort1 → Passwort2 → Passwort3
  • Post-it: Nutzer schreiben sie auf
  • Kein Sicherheitsgewinn: Gegen moderne Angriffe

Neue Empfehlung: Nur bei Verdacht wechseln. Multi-Faktor ist besser als Wechsel.

Was tun bei einem Datenleck?

Sofortmaßnahmen:

  • 1. Passwort ändern: Beim betroffenen Dienst
  • 2. Überall ändern: Wo dasselbe Passwort genutzt wurde
  • 3. 2FA aktivieren: Zusätzliche Sicherheit
  • 4. Konto prüfen: Auf unbekannte Aktivitäten
  • 5. Bank informieren: Bei Zahlungsdaten

Prüfen, ob betroffen:

Langfristig: Passwort-Manager, 2FA überall, Passkeys wo möglich.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • Muster sind gefährlich: Passwort123 ist in Sekunden geknackt
  • Länge schlägt Komplexität: 16+ Zeichen besser als 8 mit Sonderzeichen
  • Entropie: Reale Entropie ist bei Mustern drastisch niedriger
  • Passphrase: 4-5 zufällige Wörter = beste Balance
  • Passwort-Manager: Bitwarden, KeePass, 1Password nutzen
  • 2FA: Zweiter Faktor immer aktivieren
  • Unique: Nie dasselbe Passwort für 2 Dienste
  • Keine Jahreszeiten: Sommer2024 ist genauso schwach wie Passwort123
  • Passkeys: Zukunft – phishing-resistent, bequem
  • Unser Tool: Erweiterte Muster-Erkennung mit deutschen Wörtern

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