Private IPv6 Subnetting
Private IPv6 Subnetting
Unique Local Addresses (ULA) nach RFC 4193 – private IPv6-Adressen im fd00::/8-Bereich. Mit Global-ID-Generator, /48-Subnetting, SLAAC-Interface-IDs und Visualisierung.
Hinweis: Alle Berechnungen erfolgen lokal in deinem Browser. Unique Local Addresses (ULA) sind im RFC 4193 definiert und werden nicht im öffentlichen Internet geroutet.
Inhaltsverzeichnis
Schnellübersicht
- ULA-Generator: Zufällige Global ID (40 Bit) oder manuell
- ULA-Subnetting: /48-Präfix in /64-Subnetze aufteilen
- SLAAC-Interface-IDs: Host-Adressen für ULA-Subnetze
- ULA vs. GUA: Vergleich privater und globaler Adressen
- Bit-Visualisierung: 128-Bit-Aufteilung (FC/FD, L, Global ID, Subnet, Interface)
- Theorie: Über ULA, RFC 4193 und Private IPv6
- Geschichte: Von RFC 1918 zu RFC 4193
- FAQ: Häufige Fragen zu ULA
1. Private IPv6 (ULA) Rechner
Generiere ULA-Präfixe, plane Subnetze und erzeuge SLAAC-fähige Host-Adressen.
Unique Local Addresses (RFC 4193)
ULA-Adressen sind das IPv6-Äquivalent zu RFC 1918 – nicht im Internet geroutet:
fc00::/7– ULA-Gesamtbereich (fc00:: – fdff:...)fd00::/8– Lokal verwendet (empfohlen, da L-Bit = 1)fd12:3456:789a::/48– Typisches ULA-Präfix mit Global ID- Struktur: | 7 Bit FC/FD | 1 Bit L | 40 Bit Global ID | 16 Bit Subnet | 64 Bit Interface |
Generiere ein ULA-Präfix nach RFC 4193. Die Global ID (40 Bit) sollte zufällig sein.
Die folgenden RFCs definieren die Grundlagen der privaten IPv6-Adressierung.
RFC 4193
Unique Local IPv6 Unicast Addresses – definiert fc00::/7
RFC 4291
IPv6 Address Architecture – Adresstypen und Formate
RFC 4862
Stateless Address Autoconfiguration – Interface-IDs
RFC 4941
Privacy Extensions – zufällige Interface-IDs
RFC 3849
2001:db8::/32 – reserviert für Dokumentation
RFC 1918
Private IPv4-Adressen – das IPv4-Pendant zu ULA
ULA (Unique Local Address)
Private IPv6-Adressen nach RFC 4193:
- Bereich: fc00::/7
- Lokal: Nur im eigenen Netz
- Nicht geroutet: Im Internet unsichtbar
- Frei wählbar: Global ID selbst generieren
- Wie IPv4 RFC 1918
GUA (Global Unicast Address)
Öffentliche IPv6-Adressen:
- Bereich: 2000::/3
- Global: Im Internet geroutet
- Vom ISP: Zugewiesen (z.B. /56)
- Eindeutig: Weltweit einmalig
- Wie öffentliche IPv4
2. Interessante Fakten über IPv6
IPv6 ist nicht nur „IPv4 mit längeren Adressen“ – die Zahlen dahinter sind atemberaubend.
Wussten Sie schon?
Die Zahl der möglichen IPv6-Adressen ist so groß, dass man jeden Quadratmeter der Erdoberfläche mit etwa 6,6 × 1023 Adressen versorgen könnte – das sind mehr Adressen als Sandkörner auf allen Stränden der Welt. Oder anders gesagt: Man könnte jedem Sandkorn auf der Erde eine eigene IPv6-Adresse geben – und hätte immer noch unvorstellbar viele übrig.
3. Theorie – ULA und Private IPv6
Verstehe die Grundlagen der privaten IPv6-Adressierung.
Was ist ULA?
Unique Local Addresses (ULA) sind private IPv6-Adressen nach RFC 4193:
- fc00::/7: ULA-Gesamtbereich
- fd00::/8: Lokal verwendet (L-Bit = 1)
- 40-Bit Global ID: Zufällig generiert
- 16-Bit Subnet ID: Für Subnetze
- 64-Bit Interface: Host-Anteil
Warum ULA?
ULA-Adressen bieten Vorteile:
- Unabhängig: Vom ISP-Präfix
- Stabil: Bleiben bei ISP-Wechsel
- Privat: Nicht im Internet sichtbar
- Kostenlos: Frei wählbar
- Für interne Dienste: Server, Drucker, Management
Global ID generieren
RFC 4193 empfiehlt zufällige Global IDs:
- 40 Bit: 10 Hex-Zeichen
- Zufällig: Kollisionen unwahrscheinlich
- NTP: Oder Zeit-basiert
- Eindeutig: Pro Organisation
Best Practices
- Dokumentation: Global ID schriftlich festhalten
- Nur ein /48: Pro Organisation
- /64 pro Subnetz: Standard für SLAAC
- Zwei Adressen: ULA + GUA parallel
- Kein NAT: Bei IPv6 nicht nötig
- Reserven: Adressplan mit Puffer
Wussten Sie schon?
ULA-Adressen sind nicht global eindeutig – bei Zusammenschluss mehrerer Netzwerke können Konflikte entstehen. Deshalb empfiehlt RFC 4193, die 40-Bit Global ID zufällig zu generieren (oder aus der MAC + Zeit abzuleiten). Die Wahrscheinlichkeit einer Kollision ist bei 240 (≈ 1 Billion) Möglichkeiten extrem gering.
4. Geschichte von ULA
Von RFC 1918 zu RFC 4193 – private Adressen in IPv4 und IPv6.
RFC 1918 – Private IPv4
RFC 1918 definiert private IPv4-Bereiche (10/8, 172.16/12, 192.168/16). Diese Adressen werden nicht im Internet geroutet – Grundlage für NAT und Heimnetzwerke.
RFC 1884 – IPv6-Adressen
Die erste IPv6-Adressarchitektur wird definiert. Es gibt zunächst keine privaten IPv6-Adressen – alle Adressen sind global gedacht.
Site-Local (FEC0::/10)
Site-Local Addresses (FEC0::/10) werden als private IPv6-Adressen eingeführt – analog zu RFC 1918. Sie sollten nicht im Internet geroutet werden.
Site-Local abgeschafft
RFC 3513 erklärt Site-Local für obsolet. Probleme: Keine eindeutige Vergabe, Konflikte bei Zusammenschluss mehrerer Netze. Ein neuer Ansatz ist nötig.
RFC 4193 – ULA
Unique Local Addresses (fc00::/7) werden standardisiert. 40-Bit Global ID + 16-Bit Subnetz + 64-Bit Interface. Zufällige Global IDs vermeiden Kollisionen.
ULA in der Praxis
ULA-Adressen werden Standard in Unternehmensnetzwerken für interne Dienste (Server, Management, Router-Links). Meist parallel zu GUA-Adressen (Dual-Addressing).
ULA + GUA parallel
Moderne Netzwerke nutzen beide Adresstypen parallel: GUA für Internet-Kommunikation, ULA für interne Dienste. Bei ISP-Wechsel bleiben ULA-Adressen stabil.
5. FAQ – Häufige Fragen
Häufige Fragen zu ULA
ULA (Unique Local Address) sind private IPv6-Adressen nach RFC 4193 – das IPv6-Äquivalent zu RFC 1918:
| Bereich | Verwendung |
|---|---|
fc00::/7 | ULA-Gesamtbereich |
fd00::/8 | Lokal verwendet (L-Bit = 1, empfohlen) |
fc00::/8 | Zentral verwaltet (L-Bit = 0, reserviert) |
Struktur einer ULA-Adresse:
- 7 Bit: FC oder FD (Präfix)
- 1 Bit: L-Bit (0 = zentral, 1 = lokal)
- 40 Bit: Global ID (zufällig)
- 16 Bit: Subnet ID
- 64 Bit: Interface ID (SLAAC)
Der Unterschied liegt im L-Bit (Local Bit):
- fc00::/8: L-Bit = 0 (global verwaltet, reserviert für zukünftige Standards)
- fd00::/8: L-Bit = 1 (lokal verwaltet, empfohlen für Unternehmen)
RFC 4193 empfiehlt fd00::/8, weil:
- Die Global ID selbst generiert wird
- Keine zentrale Registrierung nötig
- Mehr Flexibilität
fc00::/8 ist reserviert für eine mögliche zukünftige zentrale Vergabe durch eine Registrierungsstelle – wird aber in der Praxis nicht verwendet.
RFC 4193 empfiehlt zufällige Global IDs:
- 40 Bit: 10 Hex-Zeichen (0-9, a-f)
- Zufällig: Mit gutem Zufallsgenerator
- Oder zeitbasiert: NTP-Zeit + MAC
Beispiel:
- Global ID:
123456789a - ULA-Präfix:
fd12:3456:789a::/48
Wahrscheinlichkeit einer Kollision:
- 240 = 1.099.511.627.776 Möglichkeiten
- Bei 1 Million Organisationen: Kollisionswahrscheinlichkeit < 0,05%
- Ausreichend für praktische Zwecke
Nein, nicht ohne Weiteres. ULA-Adressen werden von Routern im Internet nicht weitergeleitet:
- RFC 4193: ULA ist nicht für globales Routing gedacht
- ISPs: Filtern ULA-Pakete an ihren Grenzen
- Kein NAT: Bei IPv6 ist NAT nicht Standard
Für Zugriff von außen:
- GUA nutzen: Global Unicast Address für externe Dienste
- VPN: Verbindet externe Geräte mit dem privaten Netz
- Reverse Proxy: Öffentlicher Server leitet an ULA weiter
- Dual-Stack: Geräte haben GUA + ULA parallel
/48 ist der empfohlene Präfix für Organisationen in IPv6:
- 16 Bit Subnetz: 65.536 Subnetze
- 64 Bit Interface: Standard für SLAAC
- Genug für Wachstum: Auch große Unternehmen
- Standard: Von RFC 4193 und RFC 6177 empfohlen
Vergleich:
| Präfix | Subnetze | Verwendung |
|---|---|---|
| /32 | 65.536 × /64 | ISP-Zuweisung |
| /48 | 65.536 /64 | Großes Unternehmen |
| /56 | 256 /64 | Kleines Unternehmen / Haushalt |
| /64 | 1 /64 | Ein Subnetz |
Best Practice: Beide parallel (Dual-Addressing)!
| Aspekt | ULA | GUA |
|---|---|---|
| Bereich | fd00::/8 | 2000::/3 |
| Routing | Nur lokal | Global |
| Stabilität | Unabhängig vom ISP | Ändert sich bei ISP-Wechsel |
| Verwendung | Interne Dienste | Internet-Kommunikation |
Empfehlung:
- Server: Primär ULA (stabil), sekundär GUA
- Clients: Beide Adressen parallel
- Router: Beide Präfixe in RA ankündigen
- DNS: Interne Namen auf ULA, externe auf GUA
Vorgehen:
- 1. Global ID generieren: Zufällig, einmalig pro Organisation
- 2. /48 festlegen: fd[GlobalID]::/48
- 3. Subnetze planen: Nach Standort/Funktion
- 4. Dokumentieren: IP-Plan schriftlich
Beispiel-Schema (fd12:3456:789a::/48):
- ::0000/64: Infrastruktur (Router, Switches)
- ::0001/64: Server
- ::0010/64: Management
- ::0100/64: Standort A – Nutzer
- ::0200/64: Standort B – Nutzer
- ::1000/64: Voice / VoIP
- ::2000/64: Gäste / DMZ
Nein, ULA ist nicht dasselbe wie NAT!
| Merkmal | ULA | NAT (IPv4) |
|---|---|---|
| Zweck | Private Adressierung | Adressübersetzung |
| Ebene | Layer 3 (Adressierung) | Layer 3 (Übersetzung) |
| Adressen | Echte IPv6-Adressen | Übersetzte Adressen |
| Header | Unverändert | Wird geändert |
Wichtig:
- IPv6 hat kein NAT: Jedes Gerät kann eine GUA haben
- ULA ist nur eine Alternative: Wenn kein GUA gewünscht
- Beide parallel: Ist der Standard (Dual-Addressing)
- ULA ist nicht NAT: Pakete werden nicht übersetzt
Zusammenfassung
Die wichtigsten Punkte
- ULA: Unique Local Addresses (RFC 4193)
- Bereich: fc00::/7, empfohlen fd00::/8
- Struktur: 7 Bit FC/FD + 1 Bit L + 40 Bit Global ID + 16 Bit Subnet + 64 Bit Interface
- Global ID: Zufällig generiert (40 Bit)
- Subnetting: /48 für Organisationen, /64 für Subnetze
- Nicht geroutet: Nur für interne Netzwerke
- Dual-Addressing: ULA + GUA parallel
- Kein NAT: IPv6 nutzt kein NAT (auch nicht mit ULA)
- Unser Tool: ULA-Generator mit Subnetting und SLAAC
Weitere Netzwerk-Tools
IPv6-Adressen mit EUI-64 oder Privacy Extensions generieren.
Zum ToolMAC ↔ EUI-64 konvertieren und IPv6-Adressen analysieren.
Zum ToolUmfassender Subnetting-Rechner für IPv6-Netzwerke.
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