IPv6 SLAAC Generator

NETZWERK-TOOL

IPv6 SLAAC Generator

Generiere IPv6-Adressen basierend auf SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration). Verstehe den Prozess von der MAC-Adresse zur fertigen IPv6-Adresse mit EUI-64 oder Privacy Extensions.

EUI-64 Privacy Extensions Subnetz-Präfix Schritt-für-Schritt

Hinweis: Die generierten IPv6-Adressen dienen ausschließlich zu Demonstrations- und Lernzwecken. Für die Verwendung in realen Netzwerken sind offizielle Prefix-Zuweisungen erforderlich.

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

Auf dieser Seite findest du:

  • IPv6 SLAAC Generator: Generiere IPv6-Adressen aus MAC-Adresse und Präfix
  • EUI-64 vs. Privacy Extensions: Zwei Methoden der Interface-ID-Generierung
  • Schritt-für-Schritt-Erklärung: Verstehe den SLAAC-Prozess im Detail
  • IPv6-Adresstypen: Global, Link-Local, Unique Local, Multicast, Anycast
  • Theorie: Wie SLAAC, EUI-64 und Privacy Extensions funktionieren

1. IPv6 SLAAC Generator

Gib eine MAC-Adresse und ein IPv6-Präfix ein, um eine vollständige IPv6-Adresse zu generieren.

IPv6-Adresse generieren

Format: XX:XX:XX:XX:XX:XX
Format: xxxx:xxxx:xxxx:xxxx:: (mit oder ohne /64)
EUI-64: Interface-ID aus MAC-Adresse abgeleitet

Generierte IPv6-Adressen

Globale Unicast-Adresse
2001:0db8:1234:5678:021a:2bff:fe3c:4d5e
Global Unicast
Link-Local-Adresse
fe80::021a:2bff:fe3c:4d5e
Link-Local
Interface-ID: Subnetz: Präfix-Länge: /64

2. SLAAC – Schritt-für-Schritt-Erklärung

Der SLAAC-Prozess (Stateless Address Autoconfiguration) läuft in mehreren Schritten ab. Hier siehst du, wie aus einer MAC-Adresse eine IPv6-Adresse wird.

Schritt-für-Schritt: Von der MAC zur IPv6-Adresse

3. Theorie – SLAAC, EUI-64 & Privacy Extensions

Die Grundlagen der IPv6-Adressautokonfiguration und die verschiedenen Methoden der Interface-ID-Generierung.

SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration)

SLAAC ist ein Verfahren, bei dem sich IPv6-Geräte automatisch Adressen zuweisen, ohne einen DHCP-Server.

Router → Router Advertisement (RA) → Host generiert Adresse

Der Host kombiniert das Präfix (vom Router) mit einer Interface-ID (aus der MAC-Adresse).

EUI-64 Interface-ID

EUI-64 (Extended Unique Identifier) ist die Standardmethode zur Generierung der Interface-ID aus der MAC-Adresse.

MAC: 00:1A:2B:3C:4D:5E → 021A:2BFF:FE3C:4D5E

Schritte: FF:FE einfügen → 7. Bit invertieren (Universal/Local-Bit)

Privacy Extensions (RFC 4941)

Privacy Extensions generieren temporäre, zufällige Interface-IDs, die regelmäßig wechseln.

Randomisiert → 9abc:def0:1234:5678 (wechselt regelmäßig)

Bietet mehr Privatsphäre, da die MAC-Adresse nicht in der IPv6-Adresse sichtbar ist.

IPv6-Adresstypen

  • Global Unicast: 2000::/3 – weltweit eindeutig
  • Link-Local: fe80::/10 – nur im lokalen Netzwerk
  • Unique Local: fc00::/7 – lokal, aber nicht global
  • Multicast: ff00::/8 – an mehrere Empfänger
  • Anycast: Eine Adresse für mehrere Geräte

Wichtige Unterschiede

  • EUI-64: Stabile, vorhersagbare Interface-ID aus der MAC-Adresse (weniger privat)
  • Privacy Extensions: Zufällige, temporäre Interface-ID (mehr Privatsphäre)
  • Moderne Systeme: Verwenden oft beide – eine stabile und eine temporäre Adresse
  • MAC-Adresse: Wird bei EUI-64 im 7. Bit modifiziert (Universal/Local-Bit)

4. IPv6-Adresstypen im Überblick

Die verschiedenen Typen von IPv6-Adressen und ihre Verwendung.

Adresstyp Präfix Beispiel Verwendung
Global Unicast 2000::/3 2001:0db8:1234:5678::1 Weltweit eindeutige Adressen
Link-Local fe80::/10 fe80::1 Nur im lokalen Netzwerk
Unique Local fc00::/7 fd00::1 Lokale, nicht-öffentliche Adressen
Multicast ff00::/8 ff02::1 An mehrere Empfänger
Anycast 2001:0db8::1 Eine Adresse für mehrere Geräte
Loopback ::1/128 ::1 localhost (127.0.0.1 in IPv4)
Unspecified ::/128 :: Keine Adresse zugewiesen

5. FAQ – Häufige Fragen

Häufige Fragen zu IPv6 & SLAAC

Was ist SLAAC und wie funktioniert es?

SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration) ist ein Verfahren, bei dem IPv6-Geräte automatisch eine Adresse erhalten, ohne dass ein DHCP-Server benötigt wird.

Ablauf:

  • Router sendet Router Advertisement (RA) mit dem Netzwerk-Präfix
  • Host generiert eine Interface-ID (aus MAC-Adresse via EUI-64 oder zufällig)
  • Host kombiniert Präfix + Interface-ID zur vollständigen IPv6-Adresse
  • Host führt Duplicate Address Detection (DAD) durch, um Kollisionen zu vermeiden
Was ist der Unterschied zwischen EUI-64 und Privacy Extensions?

EUI-64:

  • Interface-ID wird aus der MAC-Adresse abgeleitet
  • Stabil und vorhersagbar (immer gleich)
  • MAC-Adresse ist in der IPv6-Adresse sichtbar (Datenschutz-Nachteil)

Privacy Extensions (RFC 4941):

  • Interface-ID wird zufällig generiert
  • Wechselt regelmäßig (alle paar Stunden/Tage)
  • Besseres Datenschutz (MAC nicht sichtbar)
  • Wird zusätzlich zur stabilen EUI-64-Adresse verwendet
Was ist eine Link-Local-Adresse und wofür wird sie verwendet?

Eine Link-Local-Adresse (fe80::/10) ist eine IPv6-Adresse, die nur im lokalen Netzwerk gültig ist und nicht geroutet wird.

Verwendung:

  • Automatische Konfiguration beim Systemstart
  • Nachbarerkennung (Neighbor Discovery – ND)
  • Router Discovery (RA/RS)
  • Kommunikation innerhalb eines Subnetzes ohne Router

Jede IPv6-Schnittstelle hat automatisch eine Link-Local-Adresse – sie ist die "Grundadresse" für IPv6.

Wie wird aus einer MAC-Adresse eine EUI-64-Interface-ID?

Schritte zur EUI-64-Konvertierung:

  1. MAC-Adresse: 00:1A:2B:3C:4D:5E
  2. FF:FE einfügen: 00:1A:2B:FF:FE:3C:4D:5E
  3. 7. Bit invertieren (Universal/Local-Bit):
    Das 7. Bit der ersten MAC-Byte wird umgedreht:
    00 → 02 (da 0x00 = 00000000 → 00000010 = 0x02)
  4. Ergebnis: 02:1A:2B:FF:FE:3C:4D:5E
  5. IPv6-Notation: 021A:2BFF:FE3C:4D5E

Wichtig: Das 7. Bit zeigt an, ob die MAC-Adresse global eindeutig (0) oder lokal vergeben (1) ist.

Was ist der Unterschied zwischen Global Unicast und Unique Local?

Global Unicast (2000::/3):

  • Weltweit eindeutige Adressen
  • Werden von IANA/RIRs (z.B. RIPE NCC) zugewiesen
  • Im öffentlichen Internet routingfähig
  • Vergleichbar mit öffentlichen IPv4-Adressen

Unique Local (fc00::/7):

  • Lokale, nicht öffentliche Adressen
  • Kann selbst verwaltet werden (fd00::/8 für privat)
  • Nicht im Internet routingfähig
  • Vergleichbar mit privaten IPv4-Adressen (192.168.x.x)
Was ist Duplicate Address Detection (DAD)?

Duplicate Address Detection (DAD) ist ein Verfahren, bei dem ein Host prüft, ob eine generierte IPv6-Adresse bereits von einem anderen Gerät im Netzwerk verwendet wird.

Ablauf:

  • Host sendet eine Neighbor Solicitation (NS) für die neue Adresse
  • Wenn keine Antwort kommt, ist die Adresse frei und wird verwendet
  • Wenn eine Neighbor Advertisement (NA) kommt, ist die Adresse bereits vergeben
  • Bei Konflikt wird die Adresse nicht verwendet (oder eine neue generiert)

DAD ist obligatorisch für alle IPv6-Adressen, die über SLAAC oder DHCPv6 zugewiesen werden.

Warum gibt es bei IPv6 keine Broadcast-Adressen mehr?

IPv6 hat keine Broadcast-Adressen mehr, weil sie ineffizient sind und unnötigen Netzwerkverkehr verursachen.

Ersatz:

  • Multicast: Sendet nur an interessierte Empfänger (effizienter)
  • Anycast: Sendet an den nächstgelegenen Empfänger
  • Unicast: Punkt-zu-Punkt-Kommunikation

Vorteile: Weniger Overhead, bessere Skalierbarkeit, weniger Angriffsfläche für Broadcast-Stürme.

Was ist der Unterschied zwischen SLAAC und DHCPv6?

SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration):

  • Zustandslos – kein zentraler Server nötig
  • Host generiert Adresse selbst (aus Präfix + Interface-ID)
  • Liefert nur die Adresse – keine weiteren Parameter (DNS, etc.)
  • Wird oft mit RDNSS (DNS-Informationen über RA) ergänzt

DHCPv6 (Dynamic Host Configuration Protocol v6):

  • Zustandsbehaftet – DHCPv6-Server verwaltet Adressen
  • Server weist Adresse zu und protokolliert sie
  • Liefert zusätzliche Parameter (DNS, NTP, etc.)
  • Besser für zentralisierte Verwaltung und Kontrolle

Heute: Oft Kombination aus SLAAC (Adresse) + DHCPv6 (Optionen).

Wie sieht die IPv6-Adressstruktur aus?

Eine IPv6-Adresse hat 128 Bit und wird in 8 Blöcke à 16 Bit (4 Hex-Zeichen) unterteilt:

2001:0db8:1234:5678:021a:2bff:fe3c:4d5e

Struktur:

  • Globales Präfix (48 Bit): 2001:0db8:1234 – Netzwerk-Kennung
  • Subnetz-ID (16 Bit): 5678 – Subnetz innerhalb des Netzwerks
  • Interface-ID (64 Bit): 021a:2bff:fe3c:4d5e – Geräte-Kennung

Kurzschreibweisen:

  • Führende Nullen weglassen: 2001:db8:1234:5678:21a:2bff:fe3c:4d5e
  • Doppelpunkt-Doppelpunkt (::) für aufeinanderfolgende Nullen-Blöcke
Wie viele IPv6-Adressen gibt es theoretisch?

IPv6 hat 2¹²⁸ ≈ 3,4 × 10³⁸ mögliche Adressen – das ist eine unvorstellbar große Zahl.

Zum Vergleich:

  • IPv4: 2³² ≈ 4,3 Milliarden Adressen
  • IPv6: 2¹²⁸ ≈ 340 Sextillionen (340 × 10³⁶)
  • Das sind ~6,5 × 10²³ Adressen pro Quadratmeter der Erdoberfläche
  • Oder ~7,9 × 10²⁹ Adressen pro Gramm der Erdmasse

Fazit: IPv6-Adressen gehen nie aus – jedes Gerät kann eine eigene (oder mehrere) Adressen haben.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • SLAAC: Zustandslose IPv6-Adressautokonfiguration ohne DHCP-Server
  • EUI-64: Interface-ID aus MAC-Adresse (stabil, vorhersagbar)
  • Privacy Extensions: Zufällige, temporäre Interface-IDs (mehr Privatsphäre)
  • Link-Local: fe80::/10 – automatische Adresse für jedes Gerät
  • Global Unicast: 2000::/3 – weltweit eindeutige Adressen
  • Unique Local: fd00::/8 – private Adressen (wie 192.168.x.x)
  • DAD: Duplicate Address Detection – prüft, ob Adresse bereits vergeben ist
  • Unser Tool: Generiert IPv6-Adressen und erklärt den SLAAC-Prozess Schritt für Schritt

Weitere Netzwerk-Tools

IPv4-Subnetting

Berechne Netzwerkadressen, Subnetzmasken und Host-Bereiche für IPv4.

Zum Tool
Bandbreiten-Rechner

Berechne Übertragungszeiten für Dateien und Netzwerkgeschwindigkeiten.

Zum Tool
Unix-Timestamp Konverter

Konvertiere Unix-Zeitstempel in lesbare Datums- und Zeitangaben.

Zum Tool
Brute-Force-Simulator

Simuliere Passwort-Angriffe und verstehe die Knackzeiten.

Zum Tool