IPv6 SLAAC Generator

NETZWERK-TOOL

IPv6 SLAAC Generator

Stateless Address Autoconfiguration nach RFC 4862 – Erzeuge IPv6-Adressen mit EUI-64, Privacy Extensions und Router Advertisement Flags. Mit visueller 128-Bit-Darstellung.

RFC 4862 EUI-64 Privacy Ext. RA-Flags 128-Bit Visual

Hinweis: Alle Berechnungen erfolgen lokal in deinem Browser. SLAAC ist im RFC 4862 definiert und ermöglicht IPv6-Geräten die automatische Adresskonfiguration ohne DHCPv6-Server.

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

  • SLAAC-Generator: IPv6-Adressen aus Präfix + Interface-ID erzeugen
  • EUI-64-Verfahren: MAC-Adresse zu Interface-ID konvertieren
  • Privacy Extensions: Zufällige Interface-IDs (RFC 4941)
  • RA-Flags: M/O/A-Flags visualisieren und verstehen
  • 128-Bit-Visualisierung: Hextett-Grid mit Binär-Darstellung
  • Private IPv6-Bereiche: fd00, fd01, fc00, fe80 mit Beispielen
  • Theorie: Über SLAAC, NDP und Router Advertisements
  • Geschichte: Von IPv4 zu IPv6 und SLAAC
  • FAQ: Häufige Fragen zu SLAAC und IPv6

1. IPv6 SLAAC Generator

Gib ein IPv6-Präfix und eine MAC-Adresse ein – die SLAAC-Adresse wird sofort berechnet.

Private IPv6-Bereiche (RFC 4193 – ULA)

Unique Local Addresses (ULA) sind das IPv6-Äquivalent zu RFC 1918 – nicht im Internet geroutet:

  • fc00::/7 – ULA-Bereich (fc00:: bis fdff:ffff:...)
  • fd00::/8 – Lokal verwendete ULA (fd00:: bis fdff:...)
  • fd01::/8 – Beispiel-ULA für Netzwerk 1
  • fd12:3456:789a::/48 – Typisches ULA-Präfix mit Global ID
  • fe80::/10 – Link-Local (nicht routbar, nur im lokalen Segment)
/64-Präfix (1-4 Hextetts)
48-Bit MAC-Adresse
Eingabestatus
Private IPv6-Bereiche (ULA):
Dokumentation & Link-Local:
128-Bit IPv6-Adress-Visualisierung
Global Routing Prefix (48 Bit) Subnet ID (16 Bit) Interface ID (64 Bit, EUI-64)
Detaillierte Informationen
Router Advertisement Flags
A
Autonomous
SLAAC erlaubt – Geräte konfigurieren sich selbst
M
Managed
DHCPv6 für Adressen – Geräte holen IP vom Server
O
Other
DHCPv6 für andere Infos (DNS, NTP)
Wichtige RFCs zu SLAAC & IPv6

Die folgenden RFCs definieren die Grundlagen der IPv6-Adresskonfiguration.

RFC 4862
SLAAC

Stateless Address Autoconfiguration – definiert den SLAAC-Prozess

RFC 4861
NDP

Neighbor Discovery Protocol – Router Solicitation & Advertisement

RFC 4941
Privacy Ext.

Privacy Extensions für SLAAC – zufällige Interface-IDs

RFC 4291
IPv6-Adressen

IPv6 Address Architecture – Adresstypen und Formate

RFC 4193
ULA

Unique Local Addresses – private IPv6 (fc00::/7, fd00::/8)

RFC 3849
Doku-Präfix

2001:db8::/32 – reserviert für Dokumentation

2. Interessante Fakten über IPv6

IPv6 ist nicht nur „IPv4 mit längeren Adressen“ – die Zahlen dahinter sind atemberaubend.

340 Sextillionen
IPv6-Adressen insgesamt – eine 3 mit 38 Nullen
18,4 Trillionen
Adressen pro /64-Subnetz – mehr als genug für jedes Gerät der Welt
2128
Mögliche Adressen – IPv4 hat im Vergleich nur 232
~20 Mrd.
Geräte mit IPv6 weltweit (Stand 2024) – Tendenz steigend
~45%
Google-Nutzer mit IPv6 (2024) – Tendenz steigend
18.446.744.073.709.551.616
Adressen pro /64-Subnetz – ausgeschrieben
40 Byte
Fester IPv6-Header – einfacher und schneller als der variable IPv4-Header
IPsec
War ursprünglich in IPv6 verpflichtend – heute optional, aber empfohlen
8 Gruppen
Je 16 Bit – hexadezimal durch Doppelpunkte getrennt
::
Die Doppelpunkt-Kurzschreibweise – spart bis zu 7 Nullen-Gruppen
Kein Broadcast
IPv6 nutzt Multicast statt Broadcast – effizienter und leiser
0 Server
SLAAC braucht keinen DHCP-Server – Router Advertisement genügt

Wussten Sie schon?

Die Zahl der möglichen IPv6-Adressen ist so groß, dass man jeden Quadratmeter der Erdoberfläche mit etwa 6,6 × 1023 Adressen versorgen könnte – das sind mehr Adressen als Sandkörner auf allen Stränden der Welt. Oder anders gesagt: Man könnte jedem Sandkorn auf der Erde eine eigene IPv6-Adresse geben – und hätte immer noch unvorstellbar viele übrig.

3. Über SLAAC und IPv6

SLAAC ist der Standardweg, wie sich IPv6-Geräte ohne DHCP-Server konfigurieren.

Was ist SLAAC?

SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration) ermöglicht IPv6-Geräten, sich selbst eine Adresse zu geben:

  • Kein DHCP-Server nötig
  • Router Advertisement liefert Präfix
  • Interface-ID aus MAC oder zufällig
  • Duplicate Address Detection prüft Eindeutigkeit
RFC 4862 definiert den SLAAC-Prozess

Private IPv6 (ULA)

Unique Local Addresses (RFC 4193) sind das IPv6-Äquivalent zu RFC 1918:

  • fc00::/7: ULA-Bereich
  • fd00::/8: Lokal verwendet
  • fd01::/8: Netzwerk 1
  • Nicht im Internet geroutet
fd12:3456:789a::/48 – typisches ULA-Präfix

RA-Flags

Router Advertisements steuern die Konfiguration:

  • A-Flag: Autonomous – SLAAC erlaubt
  • M-Flag: Managed – DHCPv6 für Adressen
  • O-Flag: Other – DHCPv6 für andere Infos
  • L-Flag: On-Link – Präfix ist lokal erreichbar
A=1, M=0, O=0 → Reines SLAAC

Privacy Extensions

RFC 4941 verbessert den Datenschutz:

  • Zufällige Interface-ID: Statt MAC-basiert
  • Regelmäßiger Wechsel: Neue Adresse alle 24h
  • Temporäre Adressen: Für ausgehende Verbindungen
  • Stabile Adresse: Bleibt für eingehende Verbindungen
Windows/macOS nutzen Privacy Ext. standardmäßig

Wussten Sie schon?

IPv6-Adressen sind 128 Bit lang – das sind etwa 340 Sextillionen Adressen. Das entspricht 100 Adressen pro Atom auf der Erdoberfläche. SLAAC wurde entwickelt, um die Konfiguration zu vereinfachen – kein DHCP-Server nötig, kein Administrator, der IPs verteilt.

4. Geschichte von IPv6 und SLAAC

Von der Adressknappheit zur automatischen Konfiguration.

1990

IPv4-Adressknappheit erkannt

Das IETF erkennt, dass der IPv4-Adressraum nicht ausreichen wird. Erste Überlegungen zu einem Nachfolger beginnen – damals noch unter dem Namen IPng (IP next generation).

1995

RFC 1883 – IPv6

Erste Spezifikation von IPv6. Die Adresslänge wird auf 128 Bit festgelegt. Das Design zielt auf Skalierbarkeit, Sicherheit und automatische Konfiguration.

1996

RFC 1970 – NDP

Neighbor Discovery Protocol wird definiert. Es umfasst Router Solicitation, Router Advertisement, Neighbor Solicitation und Neighbor Advertisement – die Grundlage für SLAAC.

1998

RFC 2462 – SLAAC

Stateless Address Autoconfiguration wird standardisiert. Geräte können sich ohne DHCP-Server konfigurieren – ein Meilenstein für die IPv6-Einführung.

2005

RFC 4193 – ULA

Unique Local Addresses (fc00::/7) werden eingeführt – das IPv6-Äquivalent zu RFC 1918. Private IPv6-Adressen für lokale Netzwerke.

2007

RFC 4862 – SLAAC Update

SLAAC wird aktualisiert (ersetzt RFC 2462). Die Privacy Extensions (RFC 4941) werden integriert – zufällige Interface-IDs für mehr Datenschutz.

2011

World IPv6 Day

Große Internetfirmen (Google, Facebook, Yahoo) aktivieren IPv6 testweise. World IPv6 Launch folgt 2012 – der Anteil von IPv6-Verkehr steigt stetig.

Heute

IPv6 & SLAAC im Alltag

Über 40% des weltweiten Internetverkehrs läuft über IPv6. SLAAC ist Standard in Heimnetzwerken, Mobilfunknetzen und Unternehmen. Dual-Stack (IPv4 + IPv6) ist die Regel.

Wussten Sie schon?

Die Erfinder von IPv6 dachten, 128 Bit seien mehr als genug. Bei der aktuellen Wachstumsrate reicht der Adressraum für Millionen von Jahren. Zum Vergleich: IPv4 hatte nur 32 Bit – und war nach 30 Jahren erschöpft.

5. FAQ – Häufige Fragen

Häufige Fragen zu SLAAC & IPv6

Was ist SLAAC und wie funktioniert es?

SLAAC (Stateless Address Autoconfiguration) ist ein IPv6-Mechanismus, bei dem sich Geräte ohne DHCP-Server automatisch eine IPv6-Adresse geben.

Der Prozess:

  • 1. Router Solicitation: Gerät fragt nach Router Advertisement
  • 2. Router Advertisement: Router sendet Präfix (z.B. 2001:db8::/64)
  • 3. Interface-ID: Gerät bildet EUI-64 aus MAC oder zufällig
  • 4. Adresse bilden: Präfix + Interface-ID = IPv6-Adresse
  • 5. DAD: Duplicate Address Detection prüft Eindeutigkeit

Definiert in RFC 4862. Vorteil: Kein DHCP-Server nötig, Geräte konfigurieren sich selbst.

Was sind private IPv6-Adressen (ULA)?

Unique Local Addresses (ULA) sind das IPv6-Äquivalent zu RFC 1918 – private Adressen, die nicht im Internet geroutet werden.

Präfix Bereich Verwendung
fc00::/7 fc00:: – fdff:... ULA-Gesamtbereich
fd00::/8 fd00:: – fdff:... Lokal verwendet (empfohlen)
fd01::/8 fd01:: – fd01:... Netzwerk 1 (Beispiel)
fd12:3456:789a::/48 – Typisches ULA-Präfix mit Global ID

Vorteile:

  • Keine Registrierung: Frei wählbar
  • Keine Kosten: Im Gegensatz zu globalen Adressen
  • Eindeutig: Durch 40-Bit Global ID
  • Sicher: Nicht im Internet erreichbar

Wichtig: ULA-Adressen sind nicht global eindeutig – bei Zusammenschluss mehrerer Netzwerke können Konflikte entstehen.

Wie funktioniert das EUI-64-Verfahren?

EUI-64 erweitert eine 48-Bit-MAC-Adresse zu einer 64-Bit-Interface-ID:

  • Schritt 1: MAC in zwei Hälften teilen (OUI + NIC)
  • Schritt 2: FF:FE in die Mitte einfügen
  • Schritt 3: 7. Bit (Universal/Local) invertieren

Beispiel:

  • MAC: 00:1a:2b:3c:4d:5e
  • U/L-Bit invertieren: 02:1a:2b:3c:4d:5e
  • FF:FE einfügen: 021a:2bff:fe3c:4d5e
  • Ergebnis: fd01:abcd:1234:5678:021a:2bff:fe3c:4d5e

Nachteil: Die MAC-Adresse ist in der IPv6-Adresse sichtbar – Privacy-Problem. Deshalb gibt es Privacy Extensions (RFC 4941).

Was bedeuten die RA-Flags M, O und A?

Router Advertisement Flags steuern die IPv6-Konfiguration:

Flag Name Bedeutung
A Autonomous SLAAC erlaubt – Geräte konfigurieren sich selbst
M Managed DHCPv6 für Adressen – Geräte holen IP vom Server
O Other DHCPv6 für andere Infos (DNS, NTP)
L On-Link Präfix ist lokal erreichbar

Typische Kombinationen:

  • A=1, M=0, O=0: Reines SLAAC (Heimnetzwerk)
  • A=1, M=1, O=1: SLAAC + DHCPv6 (Unternehmen)
  • A=0, M=1, O=1: Nur DHCPv6
Was ist der Unterschied zwischen SLAAC und DHCPv6?
Merkmal SLAAC DHCPv6
Server nötig Nein Ja
Konfiguration Automatisch Zentral
Adressvergabe Präfix + Interface-ID Server weist zu
DNS-Info Über RDNSS (RFC 8106) Über DHCPv6
Einsatz Heimnetz, Mobilfunk Unternehmen

Kombination: In der Praxis oft SLAAC für Adressen + DHCPv6 für DNS/NTP (A=1, O=1).

Was ist ein /64-Präfix und warum ist es wichtig?

/64 ist die Standard-Präfixlänge für IPv6-Subnetze:

  • 64 Bit Präfix: Netzwerkanteil
  • 64 Bit Interface-ID: Hostanteil
  • 18,4 Trillionen Adressen: Pro Subnetz

Warum /64?

  • SLAAC: Benötigt 64 Bit für Interface-ID
  • Standard: RFC 4291 empfiehlt /64
  • Einfach: Keine komplexe Subnetz-Rechnerei

Ausnahme: /127 für Punkt-zu-Punkt-Links (RFC 6164).

Kann ich SLAAC in meinem Heimnetzwerk nutzen?

Ja, SLAAC ist ideal für Heimnetzwerke. Die meisten Router unterstützen es standardmäßig.

Voraussetzungen:

  • IPv6-fähiger Router: FritzBox, Speedport, etc.
  • IPv6 beim Provider: Die meisten deutschen ISPs bieten IPv6
  • Client-Unterstützung: Windows, macOS, Linux, Android, iOS

Konfiguration: Router sendet Router Advertisements mit A=1. Geräte konfigurieren sich automatisch.

Vorteil: Kein DHCP-Server nötig, keine IP-Konflikte, keine manuelle Konfiguration.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • SLAAC: Stateless Address Autoconfiguration – IPv6 ohne DHCP
  • RFC 4862: Definiert den SLAAC-Prozess
  • EUI-64: MAC-Adresse wird zu 64-Bit-Interface-ID erweitert
  • Privacy Extensions: Zufällige Interface-IDs (RFC 4941)
  • Private IPv6 (ULA): fd00::/8, fd01::/8, fc00::/7 (RFC 4193)
  • RA-Flags: A (Autonomous), M (Managed), O (Other)
  • /64-Präfix: Standard für IPv6-Subnetze
  • NDP: Neighbor Discovery Protocol für Router Advertisement
  • DAD: Duplicate Address Detection prüft Eindeutigkeit
  • Unser Tool: Generiert SLAAC-Adressen mit visueller 128-Bit-Darstellung

Weitere Netzwerk-Tools

IPv6-Subnetting

Umfassender Subnetting-Rechner für IPv6-Netzwerke.

Zum Tool
IPv6 SLAAC Konverter

Konvertiert MAC-Adressen in EUI-64 Interface-IDs.

Zum Tool
Private IPv6 Subnetting

Private IPv6-Netzwerke nach RFC 4193 (ULA) berechnen.

Zum Tool
Private IPv4 Subnetting

Private IPv4-Netzwerke nach RFC 1918 berechnen.

Zum Tool