Certificate Decoder

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Certificate Decoder

Dekodiere und analysiere SSL/TLS-Zertifikate. Mit Subject, Issuer, Validity, SANs, Key Usage, Fingerprints und Sicherheitsprüfung.

100% Lokal X.509 Fingerprints SANs

Datenschutz-Garantie: Zertifikate werden niemals hochgeladen. Die Analyse läuft komplett lokal im Browser. Perfekt für sensible Zertifikate oder Test-Setups.

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

  • PEM-Decoder: Base64-kodierte Zertifikate parsen
  • X.509-Felder: Subject, Issuer, Serial, Validity
  • SANs: Subject Alternative Names (DNS, IP, Email, URI)
  • Key Usage: Verwendungszweck des Zertifikats
  • Fingerprints: SHA-1, SHA-256
  • Sicherheits-Check: Ablauf, Algorithmus, CA
  • Theorie: Über X.509 und Zertifikate
  • FAQ: Häufige Fragen zu SSL/TLS

1. Certificate Decoder

Füge ein PEM-Zertifikat ein oder lade eine Datei hoch – alle Details werden extrahiert.

Format: PEM (Base64 zwischen -----BEGIN CERTIFICATE----- und -----END CERTIFICATE-----)
Theorie – SSL/TLS-Zertifikate

Was ist ein X.509-Zertifikat?

X.509 ist der Standard für digitale Zertifikate:

  • Subject: Wem gehört das Zertifikat?
  • Issuer: Wer hat es ausgestellt?
  • Validity: Von wann bis wann gültig?
  • Public Key: Öffentlicher Schlüssel
  • Signature: Signatur der CA
Version 3 mit Extensions ist Standard

Wozu Zertifikate?

Zertifikate sichern die Kommunikation:

  • Verschlüsselung: Daten unlesbar für Dritte
  • Authentizität: Server ist wirklich der, der er vorgibt
  • Integrität: Keine Manipulation
  • Vertrauen: CA-Bestätigung
HTTPS = HTTP + TLS + Zertifikat

Fingerprints & SANs

Wichtige Zertifikatsfelder:

  • Fingerprint: SHA-1/SHA-256 Hash des Zertifikats
  • SANs: Welche Domains das Zertifikat abdeckt
  • Key Usage: Wofür darf der Key verwendet werden?
  • Extended Key Usage: Server/Client-Auth
  • CA: Ist es ein Root-Zertifikat?
SAN: example.com, www.example.com

Best Practices

  • Let's Encrypt: Kostenlose Zertifikate
  • Auto-Renewal: Ablauf automatisch verlängern
  • SHA-256: Nicht mehr SHA-1 signieren
  • RSA 2048+: Oder ECDSA 256+
  • HSTS: HTTPS erzwingen
  • OCSP Stapling: Schnellere Validierung
Let's Encrypt certbot --nginx

Wussten Sie schon?

Zertifikate haben ein Ablaufdatum – maximal 398 Tage (seit September 2020). Let's Encrypt-Zertifikate sind nur 90 Tage gültig. Das ist Absicht: Bei Kompromittierung ist der Schaden begrenzt, und es zwingt zur Automatisierung. Apple und Google fordern mittlerweile sogar höchstens 200 Tage (ab 2024). Moderne Infrastruktur nutzt certbot, acme.sh oder Cloud-Loadbalancer mit Auto-Renewal.

2. Geschichte der Zertifikate

Von X.509 zu Let's Encrypt und HTTPS Everywhere.

1988

X.509 Standard

X.509 wird von der ITU-T als Standard für digitale Zertifikate veröffentlicht. Ursprünglich für X.500-Verzeichnisdienste gedacht.

1995

SSL 2.0 (Netscape)

Netscape entwickelt SSL 2.0. Erste praktische Anwendung von Zertifikaten im Web. Bereits 1996 durch SSL 3.0 ersetzt.

1999

TLS 1.0 (RFC 2246)

TLS 1.0 wird als Standard veröffentlicht. Nachfolger von SSL. Wird in den 2000ern zum De-facto-Standard für HTTPS.

2008

MD5-Kollisionen

Die Flame-Malware nutzt eine MD5-Kollision, um ein gefälschtes Microsoft-Zertifikat zu erstellen. MD5 wird endgültig als unsicher eingestuft.

2011

DigiNotar-Hack

DigiNotar wird gehackt – gefälschte Zertifikate für Google, Microsoft und andere. Firma geht bankrott. Vertrauen in CAs wird hinterfragt.

2015

Let's Encrypt

Let's Encrypt startet – kostenlose, automatisierte Zertifikate. ACME-Protokoll revolutioniert das Web. HTTPS-Verbreitung steigt explosionsartig.

2017

HTTPS Everywhere

Über 50% des Web-Traffics ist verschlüsselt. Chrome und Firefox markieren HTTP als "Nicht sicher". HTTPS wird Standard.

Heute

Post-Quantum-Zertifikate

Neue Algorithmen (ECDSA, Ed25519) und Vorbereitung auf Post-Quantum-Kryptographie. Kurze Laufzeiten (90-200 Tage) sind Standard. Automatisierung Pflicht.

3. FAQ – Häufige Fragen

Häufige Fragen zu SSL/TLS-Zertifikaten

Was ist der Unterschied zwischen PEM, DER und PKCS#12?
FormatKodierungVerwendung
PEMBase64 + ASCII-HeaderLinux/Apache/Nginx
DERBinärWindows/Java
PKCS#12Binär (Container)Zertifikat + Key + Chain
PKCS#7Base64/BinärChain ohne Key

PEM-Beispiel:

  • -----BEGIN CERTIFICATE-----
  • MIIDazCCAlOgAwIBAgIU... (Base64)
  • -----END CERTIFICATE-----

Konvertierung:

  • DER → PEM: openssl x509 -in cert.der -inform DER -out cert.pem
  • PEM → DER: openssl x509 -in cert.pem -outform DER -out cert.der
Was sind SANs und warum sind sie wichtig?

SANs (Subject Alternative Names) sind die Domains, IPs oder Emails, für die das Zertifikat gilt:

  • DNS: example.com, www.example.com
  • IP: 192.168.1.1, 2001:db8::1
  • Email: admin@example.com
  • URI: https://example.com/

Wichtig:

  • Moderner Standard: Browser prüfen nur noch SANs (nicht mehr CN)
  • Wildcards: *.example.com deckt alle Subdomains ab
  • Multi-Domain: Bis zu 100+ SANs möglich (SAN-Zertifikate)
  • Let's Encrypt: Standard-Limit 100 SANs pro Zertifikat

Fehlerquelle: Wenn die Domain nicht in SANs ist, zeigt der Browser eine Zertifikatswarnung.

Was bedeutet der Fingerprint?

Der Fingerprint ist ein Hash-Wert des gesamten Zertifikats:

  • SHA-1: 40 Hex-Zeichen (veraltet, unsicher)
  • SHA-256: 64 Hex-Zeichen (Standard)
  • Eindeutig: Pro Zertifikat einmalig

Verwendung:

  • Verifikation: Zertifikat gegen bekannten Fingerprint prüfen
  • Certificate Pinning: App akzeptiert nur bestimmte Zertifikate
  • Debugging: Zertifikat identifizieren
  • Forensik: Verdächtige Zertifikate tracken

Wichtig: Der Fingerprint ändert sich, sobald das Zertifikat neu ausgestellt wird (auch mit gleichem Subject)!

Was bedeutet Key Usage und Extended Key Usage?

Key Usage und Extended Key Usage (EKU) definieren, wofür der Schlüssel verwendet werden darf:

Key Usage (Bits):

  • Digital Signature: Signaturen erstellen
  • Key Encipherment: Schlüssel verschlüsseln
  • Data Encipherment: Daten verschlüsseln
  • Key Agreement: Schlüsselaustausch
  • Certificate Sign: Andere Zertifikate signieren
  • CRL Sign: CRLs signieren

Extended Key Usage (OIDs):

  • Server Auth: TLS-Server (Web)
  • Client Auth: TLS-Client
  • Code Signing: Software signieren
  • Email Protection: S/MIME
  • Time Stamping: Zeitstempel

Wichtig: Falsche EKU = Zertifikat wird abgelehnt!

Was ist eine Certificate Chain?

Eine Certificate Chain (Zertifikatskette) verbindet das Server-Zertifikat mit einer Root-CA:

  • 1. Root CA: Im Browser/OS vorinstalliert
  • 2. Intermediate CA: Von Root signiert
  • 3. Server-Zertifikat: Von Intermediate signiert

Vertrauenskette:

  • Browser vertraut Root CA
  • Root CA vertraut Intermediate
  • Intermediate vertraut Server

Häufige Fehler:

  • Unvollständige Chain: Browser kann nicht validieren
  • Falsche Reihenfolge: Chain muss von Server → Root sortiert sein
  • Fehlende Intermediate: "Chain of trust broken"

Prüfen: openssl s_client -connect example.com:443 -showcerts

Wie lange sind Zertifikate gültig?

Aktuelle Regeln:

AnbieterMax. Gültigkeit
Let's Encrypt90 Tage
Apple (Safari)398 Tage (ab 2020)
Google (Chrome)200 Tage (ab 2024)
Kostenpflichtige CAs398 Tage max.

Warum so kurz?

  • Sicherheit: Kompromittierte Certs schneller ungültig
  • Automatisierung: Erzwingt Renewal
  • Agilität: Schnellerer Wechsel bei Algorithmen
  • Revocation: Weniger Bedarf für CRL/OCSP

Empfehlung: Auto-Renewal mit certbot oder acme.sh.

Was ist der Unterschied zwischen RSA und ECDSA?
MerkmalRSAECDSA
Schlüssellänge2048-4096 Bit256-521 Bit
PerformanceLangsamerSchneller
CPU-LastHochNiedrig
GrößeGrößerKleiner
VerbreitungSehr hochZunehmend
Sicherheit2048 Bit = 112 Bit256 Bit = 128 Bit

Empfehlung:

  • RSA 2048: Standard, kompatibel mit allem
  • RSA 4096: Höhere Sicherheit, langsamere Handshakes
  • ECDSA 256 (P-256): Moderne Alternative, sicherer und schneller
  • Ed25519: Neuester Standard, sehr schnell

Wichtig: Nicht alle Clients unterstützen ECDSA (sehr alte Systeme).

Wie prüfe ich, ob ein Zertifikat vertrauenswürdig ist?

Checkliste:

  • 1. Gültigkeitsdatum: Aktuell gültig (nicht abgelaufen)
  • 2. SANs: Deine Domain enthalten
  • 3. Issuer: Bekannte CA (DigiCert, Let's Encrypt, etc.)
  • 4. Chain: Vollständig bis Root CA
  • 5. Fingerprint: Stimmt mit offizieller Quelle überein
  • 6. Revocation: Nicht in CRL/OCSP widerrufen
  • 7. Key Usage: Server Auth erlaubt
  • 8. Signatur-Algorithmus: SHA-256, nicht SHA-1

Online-Tools:

  • SSL Labs: sslabs.com/ssltest
  • Hardenize: hardenize.com
  • crt.sh: Certificate Transparency Log

Kommandozeile: openssl s_client -connect example.com:443

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • X.509: Standard für digitale Zertifikate
  • PEM: Base64-kodiert, mit BEGIN/END-Header
  • Subject/Issuer: Wem gehört es, wer hat es ausgestellt
  • Validity: Gültigkeitszeitraum (max. 398 Tage)
  • SANs: Welche Domains abgedeckt sind
  • Fingerprint: SHA-1/SHA-256 Hash zur Identifikation
  • Key Usage: Wofür der Schlüssel verwendet werden darf
  • Chain: Root CA → Intermediate → Server
  • Let's Encrypt: Kostenlose, automatisierte Zertifikate
  • Unser Tool: Certificate Decoder mit 100% lokaler Analyse

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