AES Encryption Demo

KRYPTOGRAPHIE-TOOL

AES Encryption Demo

Text und Dateien mit AES-GCM verschlüsseln. Mit PBKDF2-Schlüsselableitung, AES-Modi-Vergleich und Live-Demo. 100% lokal im Browser.

AES-GCM PBKDF2 AES-256 Datei-Verschlüsselung

Datenschutz-Garantie: Alle Berechnungen laufen zu 100% lokal in deinem Browser mit der Web Crypto API. Passwörter, Klartexte und Schlüssel werden niemals an Server gesendet. Ideal zum Lernen und für vertrauliche Tests.

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

  • Text verschlüsseln: AES-GCM mit Passwort oder Rohschlüssel
  • Text entschlüsseln: Mit Salt, IV und Auth-Tag
  • AES-Modi-Vergleich: GCM, CBC, CTR, ECB
  • Schlüsselableitung: PBKDF2 mit 100.000 Iterationen
  • Datei-Verschlüsselung: Dateien lokal verschlüsseln
  • Theorie: Über AES, Blockchiffren und Betriebsmodi
  • Geschichte: Von DES zu AES-256
  • FAQ: Häufige Fragen zu AES

1. AES Encryption Tool

Wähle einen Modus, gib Text und Passwort ein – die Ver-/Entschlüsselung erfolgt lokal.

Text, der verschlüsselt werden soll
Wird mit PBKDF2 zu einem 256-Bit-Schlüssel
Empfehlung: 256 Bit
IV: Initialization Vector (12 Byte)
PBKDF2-Schlüsselableitung
Passwort → 256-Bit-Schlüssel
  • Algorithmus: PBKDF2 (Password-Based Key Derivation Function 2)
  • Hash: SHA-256
  • Iterationen: 100.000 (empfohlen 2024)
  • Salt: 16 Byte (zufällig)
  • Ergebnis: 256-Bit-Schlüssel für AES-GCM
  • Zweck: Verhindert Brute-Force und Rainbow Tables

2. Theorie – AES und moderne Verschlüsselung

Verstehe, warum AES der Standard für symmetrische Verschlüsselung ist.

Was ist AES?

AES (Advanced Encryption Standard) ist eine symmetrische Blockchiffre:

  • Standard seit 2001: NIST FIPS 197
  • Blockgröße: 128 Bit (16 Byte)
  • Schlüssellängen: 128, 192, 256 Bit
  • Runden: 10, 12 oder 14
  • Nachfolger: DES und 3DES
AES-256: 14 Runden, 256-Bit-Schlüssel

Warum AES-GCM?

AES-GCM ist der empfohlene Modus für moderne Anwendungen:

  • Authentifiziert: Integritätsschutz
  • AEAD: Authenticated Encryption with Associated Data
  • Schnell: Hardwarebeschleunigt (AES-NI)
  • Parallelisierbar: Mehrere Kerne nutzbar
  • Standard: In TLS 1.3, SSH, WireGuard
TLS 1.3: AES-256-GCM oder ChaCha20-Poly1305

Wie funktioniert AES?

AES arbeitet mit 4 Grundoperationen:

  • SubBytes: Byte-Substitution (S-Box)
  • ShiftRows: Zeilen verschieben
  • MixColumns: Spalten mischen
  • AddRoundKey: XOR mit Rundenschlüssel

Runden: 10 (128 Bit), 12 (192 Bit), 14 (256 Bit)

14 Runden × 4 Operationen = Komplexität

Best Practices

  • AES-256-GCM: Bevorzugter Standard
  • IV: Nie wiederverwenden!
  • Schlüssel: Zufällig generieren
  • Passwort: Nur mit PBKDF2/Argon2
  • Auth-Tag: Immer prüfen
  • AES-NI: Hardwarebeschleunigung nutzen
256-Bit-Schlüssel + 96-Bit-IV + Auth-Tag
Wussten Sie schon?
  • AES wurde 1997 von Vincent Rijmen und Joan Daemen als "Rijndael" entwickelt.
  • Die NIST wählte Rijndael 2000 als AES-Sieger – gegen 14 andere Algorithmen.
  • AES-256 hat 2^256 mögliche Schlüssel – mehr als Atome im beobachtbaren Universum (~10^80).
  • Mit modernen AES-NI-CPUs erreicht man mehrere GB/s Verschlüsselung.
  • Seit 20 Jahren keine praktische Schwäche in AES gefunden.
  • Auch mit Quantencomputern (Grover) bleibt AES-256 sicher (effektiv 128 Bit).

3. Geschichte der AES-Verschlüsselung

Von DES zu AES – die Evolution der Blockverschlüsselung.

1977

DES-Standard

DES (Data Encryption Standard) mit 56-Bit-Schlüssel wird Standard. IBM entwickelte es, die NSA modifizierte es. Galt als sicher, aber die Schlüssellänge war zu kurz.

1997

AES-Wettbewerb

Die NIST startet einen offenen Wettbewerb für einen DES-Nachfolger. 15 Algorithmen aus der ganzen Welt nehmen teil – darunter Rijndael, Serpent, Twofish.

1998

DES gebrochen

Die EFF (Electronic Frontier Foundation) bricht DES in 56 Stunden mit spezieller Hardware. 3DES (Triple DES) wird als Übergangslösung Standard.

2000

Rijndael gewinnt

Rijndael (von Daemen und Rijmen) wird zum AES-Sieger erklärt. Die Wahl fiel auf Sicherheit, Performance und Flexibilität. Andere Finalisten: Serpent, Twofish, RC6, MARS.

2001

FIPS 197 – AES-Standard

AES wird als FIPS 197 veröffentlicht. Der Standard definiert AES-128, AES-192 und AES-256. Ersetzt DES offiziell.

2008

AES-NI in CPUs

Intel und AMD integrieren AES-NI (AES New Instructions) in ihre CPUs. Hardwarebeschleunigte Verschlüsselung wird Standard – Geschwindigkeiten bis GB/s.

Heute

AES überall

AES ist der de-facto-Standard für symmetrische Verschlüsselung: TLS, VPN, Festplatten, WLAN (WPA2/WPA3), Cloud-Speicher. AES-256-GCM wird für neue Anwendungen empfohlen.

4. FAQ – Häufige Fragen

Häufige Fragen zu AES

Welchen AES-Modus soll ich nutzen?

Klare Empfehlung: AES-GCM!

ModusVerwendung
GCM✅ Standard für moderne Anwendungen
CBC⚠️ Legacy, nur mit HMAC sicher
CTR⚠️ Nur mit HMAC sicher
ECB❌ Niemals für echte Daten!

Warum GCM:

  • AEAD: Verschlüsselung + Integrität in einem
  • Schnell: Hardwarebeschleunigt
  • Sicher: Kein Padding-Fehler möglich
  • Standard: In TLS 1.3, SSH, WireGuard
AES-128 oder AES-256 – was ist besser?
MerkmalAES-128AES-256
Schlüssel128 Bit256 Bit
Runden1014
Sicherheit2^1282^256
GeschwindigkeitMinimal schnellerSehr schnell
Post-Quantum64 Bit (Grover)128 Bit (Grover)

Empfehlung:

  • AES-128: Ausreichend für die meisten Anwendungen
  • AES-256: Für besonders sensible Daten
  • Post-Quantum: AES-256 bleibt auch mit Quantencomputern sicher
  • Performance: Der Unterschied ist minimal (~40% langsamer)

Für neue Projekte: AES-256-GCM.

Was ist ein IV und warum ist er wichtig?

IV (Initialization Vector) ist ein zufälliger Startwert für die Verschlüsselung:

  • Zweck: Verhindert, dass gleicher Klartext gleich aussieht
  • Größe: 96 Bit (12 Byte) bei GCM
  • Zufällig: Nie wiederverwenden!
  • Öffentlich: Kann mit dem Ciphertext übertragen werden

Warum nicht wiederverwenden?

  • GCM: Wiederverwendung des IV = Katastrophe
  • Angreifer: Kann Schlüssel rekonstruieren
  • Bekannt: "Nonce reuse" ist kritische Schwachstelle
  • Standard: Zufälliger IV pro Verschlüsselung

In unserem Tool: Jeder Verschlüsselungsvorgang generiert einen neuen IV.

Was ist der Unterschied zwischen AES und RSA?
MerkmalAESRSA
TypSymmetrischAsymmetrisch
Schlüssel1 (geheim)2 (public + private)
GeschwindigkeitSehr schnellLangsam (1000×)
Schlüssellänge128-256 Bit2048-4096 Bit
DatenmengeBeliebigBegrenzt (max. ~500 Byte)
VerwendungDatenverschlüsselungSchlüsselaustausch, Signatur

Hybrid-Verfahren (Standard):

  • 1. RSA/ECC: Schlüsselaustausch (asymmetrisch)
  • 2. AES: Datenübertragung (symmetrisch)
  • Grund: AES ist 1000× schneller als RSA

Beispiel TLS:

  • Handshake: ECDHE (asymmetrisch)
  • Daten: AES-256-GCM (symmetrisch)
Ist AES sicher?

Ja, AES ist sicher – wenn es richtig implementiert wird:

Warum AES sicher ist:

  • Bewährt: Seit 2001 im Einsatz
  • Nie gebrochen: Keine praktische Schwäche
  • Standard: Von NIST, BSI, NSA empfohlen
  • Mathematisch: 2^256 mögliche Schlüssel
  • Brute-Force: Praktisch unmöglich

Schwachstellen liegen oft woanders:

  • Schwache Passwörter: PBKDF2/Argon2 nötig
  • IV-Wiederverwendung: Kritische Schwachstelle
  • ECB-Modus: Unsicher
  • Fehlende Authentifizierung: CBC ohne HMAC
  • Side-Channels: Timing-Angriffe

Fazit: AES-GCM mit zufälligem IV und langem Passwort ist sicher.

Wird AES durch Quantencomputer gebrochen?

Nein, AES bleibt auch mit Quantencomputern sicher!

Grund:

  • Shor-Algorithmus: Bricht RSA, ECC, DH – aber NICHT AES
  • Grover-Algorithmus: Halbiert effektive Sicherheit
  • AES-128: Effektiv 64 Bit → unsicher in Quanten-Ära
  • AES-256: Effektiv 128 Bit → weiterhin sicher

Vergleich Post-Quantum:

AlgorithmusKlassischQuanten
RSA-2048Sicher❌ Gebrochen
ECC-256Sicher❌ Gebrochen
AES-128Sicher⚠️ Reduziert
AES-256Sicher✅ Sicher

Empfehlung: AES-256 für Post-Quantum-Sicherheit.

Was ist der Unterschied zwischen AES und ChaCha20?
MerkmalAES-GCMChaCha20-Poly1305
TypBlockchiffreStreamchiffre
HardwareAES-NI nötigReine Software
PerformanceSehr schnell mit AES-NISehr schnell ohne Hardware
StandardTLS 1.3TLS 1.3, WireGuard
Nonce96 Bit96 Bit

Wann was?

  • AES-GCM: Wenn AES-NI verfügbar (Server, moderne CPUs)
  • ChaCha20: Auf Geräten ohne AES-NI (alte Smartphones, IoT)
  • Beide: Sicher und schnell – Standard in TLS 1.3

Fazit: Beide sind gleichwertig sicher. Performance entscheidet.

Wie speichere ich verschlüsselte Daten sicher?

Speicherformat für AES-GCM:

  • Salt: 16 Byte (zufällig, für PBKDF2)
  • IV: 12 Byte (zufällig, für AES-GCM)
  • Ciphertext: Variable Länge
  • Auth-Tag: 16 Byte (GCM-Authentifizierung)

Beispiel-Format:

  • [Salt 16B][IV 12B][Ciphertext][Tag 16B]
  • Oder als Base64 kombiniert
  • Alle Teile sind nicht geheim

Best Practices:

  • Passwort: Nicht im Code speichern!
  • Umgebungsvariablen: Für Server-Passwörter
  • Key-Management: KMS oder Vault nutzen
  • Backup: Schlüssel separat sichern
  • Rotation: Schlüssel regelmäßig wechseln

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • AES: Advanced Encryption Standard (seit 2001)
  • Blockchiffre: 128-Bit Blöcke, 128/192/256-Bit Schlüssel
  • AES-GCM: Empfohlener Modus mit Integritätsschutz
  • AES-256: Beste Wahl für sensible Daten
  • PBKDF2: Passwort → Schlüssel mit 100k Iterationen
  • IV: Nie wiederverwenden (12 Byte, zufällig)
  • Auth-Tag: Verhindert Manipulation
  • ECB unsicher: Gleiche Blöcke = gleiche Ausgabe
  • Post-Quantum: AES-256 bleibt sicher
  • Unser Tool: Live-Verschlüsselung mit Web Crypto API

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