Uptime Calculator

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Uptime Calculator

Berechne die Verfügbarkeit (SLA/SLO) von Servern und Diensten. Mit Ausfallzeiten-Budget, Monats-, Wochen- und Jahresansicht von 90% bis 99.999%.

90% bis 99.999% Downtime-Budget Tag/Woche/Monat/Jahr Reverse-Rechner SLA-Klassen

Datenschutz-Garantie: Alle Berechnungen erfolgen zu 100% lokal in deinem Browser. Es werden keine Daten an Server gesendet. Perfekt für SREs, Systemadministratoren und DevOps-Engineers.

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

  • SLA-Rechner: Verfügbarkeit in Ausfallzeit umrechnen
  • Reverse-Rechner: Aus Ausfallzeit die Verfügbarkeit berechnen
  • SLA-Klassen: 90%, 95%, 99%, 99.9%, 99.99%, 99.999%
  • Zeiträume: Tag, Woche, Monat, Quartal, Jahr
  • Downtime-Budget: Wieviel Ausfall ist erlaubt?
  • Theorie: Was ist ein SLA? (Anfängerfreundlich)
  • Geschichte: Von Telefon zu Cloud-SLA
  • FAQ: Häufige Fragen zu Verfügbarkeit

1. Uptime Calculator

Berechne die Verfügbarkeit in Ausfallzeit – oder umgekehrt.

Zwischen 0 und 100
Schnellauswahl SLA-Klassen
Erlaubte Ausfallzeit
—
—
—
Veranschaulichung
Verfügbarkeits-Skala
90% 99% 99.9% 99.99% 99.999%
Numerischer Wert
Erreichte Verfügbarkeit
—
—
—
Praxis-Beispiel
  • Ein Monat hat 43.200 Minuten (30 Tage × 24 h × 60 min).
  • Bei 43,2 Minuten Ausfall sind das 99,9% Verfügbarkeit.
  • Bei 4,32 Minuten Ausfall sind das 99,99% Verfügbarkeit.
  • Bei 26 Sekunden Ausfall sind das 99,999% Verfügbarkeit.
SLA Verfügbarkeit Ausfallzeit Kategorie Beispiel
Achtung: "Neun" sind nicht gleich "Neun"
  • Zwischen 99% und 99,9% liegt der Faktor 10 – 3,65 Tage vs. 8,76 Stunden.
  • Zwischen 99,9% und 99,99% liegt wiederum der Faktor 10 – 8,76 Stunden vs. 52,56 Minuten.
  • Jede zusätzliche "9" macht die Umsetzung erheblich teurer.
Wussten Sie schon?
  • Die 99,999% ("Five Nines") Verfügbarkeit ist der Industriestandard für kritische Systeme.
  • Bei 99,9% Verfügbarkeit ist mehr als ein Arbeitstag Ausfall pro Jahr erlaubt.
  • Die berühmte AWS S3 hat ein SLA von 99,9% – gemessen monatlich.
  • Moderne Cloud-Anbieter garantieren zwischen 99,9% und 99,99% – selten mehr.
  • Google Cloud Spanner ist der einzige Dienst mit 99,999% SLA weltweit.
  • Eine "Neun" mehr bedeutet meist 10x höhere Kosten für Redundanz, Monitoring und Personal.

2. Theorie – Verfügbarkeit einfach erklärt

Verstehe die Grundlagen von SLA, SLO und Verfügbarkeit – ohne Vorkenntnisse.

Was ist Uptime / Verfügbarkeit?

Verfügbarkeit ist der Anteil der Zeit, in der ein System nutzbar ist:

  • Formel: (Gesamtzeit − Ausfallzeit) / Gesamtzeit × 100
  • Einheit: Prozent (z.B. 99,9%)
  • Gegenteil: Downtime = Ausfallzeit
  • Messung: Meist monatlich
99,9% = 43,2 Minuten Ausfall pro Monat

Warum sind SLAs wichtig?

SLAs regeln das Verhältnis zwischen Anbieter und Kunde:

  • Vertraglich: Verbindliche Zusicherung
  • Erwartung: Klare Messgröße
  • Konsequenz: Rückerstattung bei Verstoß
  • Planung: Budget für Ausfälle
  • Wettbewerb: Vergleich zwischen Anbietern
AWS erstattet 10-30% bei SLA-Verstoß

SLA vs. SLO vs. SLI

Die drei Begriffe werden oft verwechselt:

  • SLI (Indicator): Gemessener Wert (z.B. 99,95%)
  • SLO (Objective): Zielwert (z.B. 99,9%)
  • SLA (Agreement): Vertraglich zugesichert (z.B. 99,5%)
  • Error Budget: Erlaubter Ausfall (100% − SLO)
SLI: 99,95% | SLO: 99,9% | SLA: 99,5%

Tipps zur SLA-Wahl

  • Realistisch bleiben: 99,999% ist teuer
  • Kritikalität: Nicht jedes System braucht 5 Nines
  • Messung: Klar definieren, was "verfügbar" ist
  • Error Budget: Für Innovation nutzen
  • Monitoring: Ohne Messung keine SLA
  • Wartungsfenster: Vorher vertraglich regeln
99,9% reicht meist – auch für Produktion

Wussten Sie schon? Die "Nine"-Skala stammt ursprünglich aus der Telekommunikationsbranche der 1980er Jahre. Ein Festnetztelefon musste damals 99,99% verfügbar sein – das entspricht 52 Minuten Ausfall pro Jahr. Heute ist die 99,999%-Klasse (5 Minuten pro Jahr) der Goldstandard für kritische Infrastruktur. Kurios: Nur Google Cloud Spanner und Amazons DynamoDB haben ein SLA von 99,999% – die meisten anderen Cloud-Dienste bleiben bei 99,9% bis 99,99%. Der Grund: Um eine zusätzliche Neun zu erreichen, muss man die Kosten für Redundanz oft verzehnfachen.

3. Geschichte der Verfügbarkeits-SLAs

Von Telefonnetzen zu Cloud-nativen SLAs.

1980er

Telekommunikations-SLAs

Die ersten SLAs entstehen in der Telekommunikationsbranche. Telefonnetze mussten extrem zuverlässig sein – der Begriff "Five Nines" (99,999%) wird geprägt.

1990er

IT-Outsourcing

Mit dem Aufstieg des IT-Outsourcings (EDS, IBM Global Services) werden SLAs zum Standard in Unternehmensverträgen. Klare Definitionen von Verfügbarkeit und Reaktionszeiten entstehen.

2002

Amazon Web Services

AWS startet und führt transparente SLAs für Cloud-Dienste ein. Erstmals können Kunden die Verfügbarkeit ihres Anbieters nachvollziehen und Vergleiche anstellen.

2006

ITIL v3

ITIL v3 standardisiert Service-Level-Management als eigenen Prozess. SLAs werden als wesentlicher Bestandteil des IT-Service-Managements etabliert.

2016

SRE & Error Budgets

Google veröffentlicht sein Buch "Site Reliability Engineering" – und etabliert Error Budgets als Konzept: SLI/SLO/Error-Budget statt reiner SLA-Verträge.

2019

Cloud-übergreifende SLAs

Multi-Cloud-Strategien und Cloud-übergreifende SLAs werden populär. Unternehmen fordern einheitliche Verfügbarkeitsgarantien über AWS, Azure und GCP hinweg.

Heute

Data-Driven Availability

Moderne Verfügbarkeit ist datengetrieben: Observability, Tracing, Error Budgets und Chaos Engineering werden Standard. DevOps-Teams steuern die Zuverlässigkeit aktiv.

4. FAQ – Spannende Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Verfügbarkeit

Was bedeutet "Neun" in der Verfügbarkeit?

Die "Nine"-Skala beschreibt die Anzahl der Neunen in der Verfügbarkeitsangabe:

BezeichnungVerfügbarkeitAusfall/Monat
One Nine90%72 Stunden
Two Nines99%7,2 Stunden
Three Nines99,9%43,2 Minuten
Four Nines99,99%4,32 Minuten
Five Nines99,999%26 Sekunden

Faustregel: Jede zusätzliche Neun bedeutet 10x weniger Ausfall – aber auch 10x höhere Kosten!

Praxis-Empfehlungen:

  • 99%: Interne Tools, Dev-Umgebungen
  • 99,9%: Standard-Produktion, Webanwendungen
  • 99,99%: Kritische Business-Anwendungen
  • 99,999%: Zahlungssysteme, Notfalldienste
Wie wird die Verfügbarkeit richtig gemessen?

Die Verfügbarkeitsmessung ist komplexer als sie scheint:

Verschiedene Messmethoden:

  • Uptime-Roboter: Externe Systeme testen die Erreichbarkeit von außen
  • Monitoring: Interne Systeme überwachen Dienste
  • Kundenbeschwerden: Tickets pro Zeitraum
  • Log-Analyse: Fehlerraten aus Anwendungslogs

Wichtige Fragen zur Definition:

  • Was wird gemessen? Ping? Login? Transaktion?
  • Wie oft? Jede Minute? Jede Sekunde?
  • Von wo? Ein Standort? Weltweit?
  • Was ist "verfügbar"? HTTP 200? <2s Antwortzeit?
  • Wartungsfenster? Eingerechnet oder nicht?

Beispiel AWS: "Monatliche Uptime" wird als Prozentsatz der Zeit definiert, in der mindestens zwei Availability Zones erreichbar sind.

Faustregel: Ein System kann nie 100% messen – der Messfehler liegt bei ~0,05%.

Was ist ein Error Budget?

Das Error Budget ist das Gegenstück zur Verfügbarkeit und stammt aus dem Site Reliability Engineering (SRE):

Berechnung:

Error Budget = 100% − SLO Beispiel: 100% − 99,9% = 0,1% Bei 30 Tagen: 0,1% × 43.200 min = 43,2 min

Die Idee:

  • Realismus: 100% ist unerreichbar
  • Planung: Ausfälle sind eingeplant
  • Balance: Zwischen Stabilität und Innovation
  • Messbar: Konkrete Zahl statt Bauchgefühl

Was passiert bei Verbrauch?

  • Wenig verbraucht: Mehr Releases, mehr Innovation
  • Viel verbraucht: Fokus auf Stabilität, keine riskanten Änderungen
  • Überschritten: Postmortem, Root-Cause-Analyse, Prozessverbesserung

Vorteil gegenüber klassischem SLA:

  • Entwickler und Betrieb haben dasselbe Ziel
  • Ausfälle sind normal, nicht "Katastrophen"
  • Datengetriebene Entscheidungen
Welche SLA-Klasse brauche ich wirklich?

Die richtige SLA hängt von Kritikalität und Budget ab:

System-TypEmpfehlungAusfall/Monat
Entwicklung / Test99% – 99,5%3,6 – 7,2 h
Interne Tools99,5% – 99,9%43 min – 3,6 h
Öffentliche Website99,9%43 Minuten
Business-Anwendung99,95%22 Minuten
Kritische Infrastruktur99,99%4,3 Minuten
Zahlungssysteme99,995%2,2 Minuten
Notfalldienste99,999%26 Sekunden

Kosten-Nutzen-Faktor:

  • 99% → 99,9%: Faktor 3-5 (Architektur, Personal)
  • 99,9% → 99,99%: Faktor 5-10 (Redundanz, Multi-Region)
  • 99,99% → 99,999%: Faktor 10-20 (Chaos Engineering, aktives Failover)

Wichtig: Nicht jedes System braucht 5 Nines. Oft reicht 99,9% völlig aus – der Aufwand für höhere Klassen steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Tipp: Starte mit 99,9% und erhöhe nur, wenn Kunden es fordern und du die Kosten tragen kannst.

Wie erreiche ich hohe Verfügbarkeit?

Hohe Verfügbarkeit ist das Ergebnis mehrerer Maßnahmen:

1. Redundanz (Grundlage):

  • Hardware: RAID, Dual-Netzteil, Cluster
  • Software: Load-Balancer, mehrere App-Server
  • Daten: Replikation, Master-Slave, Multi-Master
  • Standorte: Multi-AZ, Multi-Region, Geo-Redundanz

2. Fehlertoleranz:

  • Graceful Degradation: Teilausfall statt Totalausfall
  • Circuit Breaker: Fehlerhafte Dienste isolieren
  • Retry-Logic: Automatisches Wiederholen
  • Timeouts: Hängende Requests abbrechen

3. Monitoring & Alerting:

  • Proaktiv: Probleme erkennen, bevor sie eskalieren
  • Synthetisch: Uptime-Roboter testen kontinuierlich
  • Real-User-Monitoring: Echte Nutzererfahrung
  • Alerting: Automatische Benachrichtigung

4. Prozesse:

  • Change-Management: Keine unkontrollierten Änderungen
  • Rollback-Plan: Schnelles Zurückrollen bei Problemen
  • Postmortems: Blameless, was können wir lernen?
  • Chaos Engineering: Ausfälle simulieren, bevor sie passieren

5. Team & Kultur:

  • SRE-Prinzipien: 50% Ops, 50% Dev
  • On-Call: Erreichbarkeit im Notfall
  • Runbooks: Für bekannte Probleme

Faustregel: Jede zusätzliche Neun verlangt Architektur, Monitoring, Prozesse und Personal.

Was ist der Unterschied zwischen SLA und SLO?

Die Begriffe sind ähnlich, haben aber unterschiedliche Bedeutungen:

AspektSLASLO
BedeutungService Level AgreementService Level Objective
CharakterVertraglichInternes Ziel
VerbindlichkeitVerbindlichEmpfehlung
KonsequenzStrafe / ErstattungProzessverbesserung
WertMeist niedrigerMeist höher
Beispiel99,5%99,9%

Die Beziehung:

SLI (gemessen): 99,95% SLO (Ziel): 99,9% ✓ eingehalten SLA (Vertrag): 99,5% ✓ eingehalten

Warum unterschiedlich?

  • Puffer: Intern höher, um SLA zu garantieren
  • Konsequenzen: SLA-Verstoß = Rückerstattung
  • Flexibilität: SLOs können angepasst werden
  • Motivation: Höhere SLOs = besserer Service

Best Practice: SLO = SLA + 0,3% bis 0,5% Puffer. Damit hat man Luft, bevor Vertragsstrafen drohen.

Was zählt als "Ausfall"?

Die Definition von "Ausfall" ist entscheidend für SLAs und muss vertraglich festgelegt werden:

Typische Definitionen:

  • Erreichbarkeit: HTTP 5xx-Fehler oder Timeout
  • Antwortzeit: P95 über 1 Sekunde
  • Funktion: Login nicht möglich, Zahlung schlägt fehl
  • Ende-zu-Ende: Kunde kann Bestellung nicht abschließen

Was NICHT als Ausfall zählt (meist vertraglich ausgeschlossen):

  • Geplante Wartung: Vorher angekündigt
  • Höhere Gewalt: Naturkatastrophen, Krieg
  • Kundenverschulden: Falsche Konfiguration
  • Drittanbieter: Ausfall des ISPs, DNS
  • Beta-Features: Nicht-SLA-relevante Funktionen

Berühmte Beispiele für "Ausfall"-Definitionen:

AnbieterDefinition
AWS S3<99,9% erfolgreiche GET-Anfragen
Google Cloud<99,95% erfolgreiche Requests
Azure<99,9% Minuten mit 2+ AZ erreichbar

Tipp: Als Betreiber sollte man strengere Definitionen wählen als der SLA-Vertrag verlangt. Das schafft Puffer.

Wie berechne ich das Downtime-Budget?

Das Downtime-Budget (auch Error Budget genannt) gibt an, wie viel Ausfall erlaubt ist:

Formel:

Downtime-Budget = (1 − SLA) × Zeitraum Beispiel: (1 − 0,999) × 30 Tage = 0,001 × 43.200 min = 43,2 Minuten/Monat

Verwendung:

  • Monatlich: SLA-Ziel pro Monat
  • Rollierend: Letzte 30 Tage
  • Quartalsweise: Für langfristige Trends
  • Kumulativ: Über das Jahr

Praxis-Beispiele:

SLAMonatJahr
99%7,2 h87,6 h
99,9%43,2 min8,76 h
99,99%4,32 min52,6 min
99,999%26 s5,26 min

Wie nutze ich das Budget?

  • Am Monatsanfang: Voll verfügbar
  • Nach Vorfall: Budget wird reduziert
  • Bei 50% verbraucht: Warnung, keine riskanten Releases
  • Bei 100% verbraucht: Code Freeze, Fokus auf Stabilität
  • Nicht verbraucht: Kann für Innovation genutzt werden

Vorteil: Es macht Zuverlässigkeit zu einer messbaren Größe, die mit Business-Zielen verknüpft ist.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • Uptime: Verfügbarkeit eines Systems in Prozent
  • "Nines": Jede 9 bedeutet 10x weniger Ausfall – und 10x höhere Kosten
  • 99,9%: Standard für Produktionsanwendungen (43 min/Monat)
  • 99,99%: Kritische Systeme (4,3 min/Monat)
  • 99,999%: "Five Nines" für Notfall- und Zahlungssysteme (26 s/Monat)
  • SLA: Vertragliche Zusicherung mit Konsequenzen
  • SLO: Internes Ziel mit Puffer (meist 0,3-0,5% höher)
  • Error Budget: Erlaubter Ausfall (100% − SLO)
  • Realismus: 100% Verfügbarkeit ist nicht erreichbar
  • Unser Tool: Umrechnung zwischen SLA und Downtime

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