Port Scanner Simulator
Port Scanner Simulator
Simuliere TCP/UDP Port-Scans mit Service-Erkennung, Risiko-Bewertung und Sicherheits-Analyse. Mit nmap-Style Terminal-Ausgabe.
Wichtiger Hinweis: Dies ist ein Simulator – es werden keine echten Port-Scans durchgeführt. Port-Scans gegen Systeme, die dir nicht gehören, sind strafbar (§ 202a/b/c StGB)! Nutze nmap nur auf eigenen Systemen oder mit ausdrücklicher Erlaubnis.
Inhaltsverzeichnis
Schnellübersicht
- Port-Scan-Simulator: TCP, SYN, UDP, XMAS, FIN, NULL
- Service-Erkennung: Ports mit Diensten und Versionen
- Risiko-Bewertung: Kritisch, Hoch, Mittel, Niedrig
- Terminal-Ausgabe: nmap-Style Output
- Port-Bereiche: Well-Known, Registered, Dynamic
- Sicherheits-Analyse: Kritische Ports und Empfehlungen
- Theorie: Über Ports, Scans und Sicherheit
- FAQ: Häufige Fragen zu Port-Scans
1. Port-Scan-Simulator
Wähle ein Ziel und einen Scan-Typ, um die Simulation zu starten.
2. Theorie – Ports und Port-Scans
Verstehe die Grundlagen von Ports, Scans und deren Sicherheitsrelevanz.
Was sind Ports?
Ports sind numerische Adressen (0-65535) für Netzwerkdienste:
- Well-Known: 0-1023 (System)
- Registered: 1024-49151 (Apps)
- Dynamic: 49152-65535 (Clients)
- TCP/UDP: Unterschiedliche Dienste
Port-Scan-Typen
Verschiedene Scan-Methoden:
- TCP Connect: Voller Handshake
- SYN (Half-Open): Stealth-Scan
- UDP: Zustandslos, langsam
- XMAS/FIN/NULL: Flag-basiert
- ACK: Firewall-Erkennung
Risiko-Bewertung
Offene Ports haben unterschiedliches Risiko:
- Kritisch: 23 (Telnet), 445 (SMB), 3389 (RDP)
- Hoch: 21 (FTP), 1433 (MSSQL), 3306 (MySQL)
- Mittel: 22 (SSH), 80 (HTTP), 25 (SMTP)
- Niedrig: 443 (HTTPS), 993 (IMAPS)
Sicherheits-Tipps
- Minimieren: Nur nötige Ports öffnen
- Firewall: Default Deny
- Updates: Dienste aktuell halten
- Monitoring: Unerwartete Ports erkennen
- VPN: Statt direkter Exposition
- IDS/IPS: Scan-Erkennung
Wussten Sie schon?
Der berühmteste Port-Scanner ist nmap (Network Mapper), entwickelt 1997 von Gordon Lyon (Fyodor). Er ist Open Source, in der Film-Szene von Matrix Reloaded (2003) zu sehen und wird von Sicherheitsexperten weltweit eingesetzt. Ein vollständiger Scan aller 65.535 Ports dauert mit nmap je nach Timing zwischen wenigen Sekunden und mehreren Stunden.
3. Geschichte der Port-Scanner
Von einfachen Port-Checkern zu modernen Sicherheitstools.
Erste Port-Scans
Erste Port-Scan-Tools entstehen in der Unix-Welt. strobe (1995) ist einer der ersten beliebten Port-Scanner. Scan-Techniken werden systematisch entwickelt.
nmap wird veröffentlicht
Gordon Lyon (Fyodor) veröffentlicht nmap in der Zeitschrift Phrack. Es wird schnell zum Standard-Port-Scanner und ist bis heute das wichtigste Tool.
Nmap + Service Detection
Service Fingerprinting: nmap kann nun Dienste und Versionen erkennen. OS-Detection: Auch das Betriebssystem kann identifiziert werden.
nmap in Matrix Reloaded
nmap wird in der Film-Szene von Matrix Reloaded gezeigt – Trinity nutzt es, um eine SSH-Schwachstelle zu finden. Popkultur-Meilenstein!
Nmap Scripting Engine
NSE (Nmap Scripting Engine) wird eingeführt. Nutzer können Lua-Skripte schreiben, um Scans zu erweitern. Heute gibt es über 600 Skripte.
Shodan & Censys
Shodan (2009) und Censys (2015) durchsuchen das gesamte Internet nach offenen Ports. Sie zeigen, wie viele Geräte weltweit ungeschützt sind. Sicherheitsbewusstsein steigt.
Moderne Port-Scanner
Masscan (2013) kann das gesamte Internet in 6 Minuten scannen. ZMap, RustScan. Cloud-basierte Scanner wie Nessus, Qualys. Automatisiertes Vulnerability-Management.
4. FAQ – Häufige Fragen
Häufige Fragen zu Port-Scans
Port-Scans gegen fremde Systeme sind in Deutschland strafbar!
- § 202a StGB: Ausspähen von Daten
- § 202b StGB: Abfangen von Daten
- § 202c StGB: Vorbereiten des Ausspähens
- § 303a/b StGB: Datenveränderung / Computersabotage
Erlaubt ist:
- Eigene Systeme (Heimnetz, eigene Server)
- Mit schriftlicher Erlaubnis des Eigentümers
- Im Rahmen eines Pentest-Auftrags
- Für Schulungszwecke (mit Einverständnis)
Strafe: Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre oder Geldstrafe.
| Merkmal | SYN Scan | TCP Connect |
|---|---|---|
| Handshake | Nur SYN + SYN-ACK | Vollständig (3-Way) |
| Stealth | Ja (nicht geloggt) | Nein (geloggt) |
| Rechte | Root nötig | Als User möglich |
| Geschwindigkeit | Schneller | Langsamer |
| Erkennung | Schwerer | Leicht |
SYN-Scan: Sendet SYN, wartet auf SYN-ACK. Bei Antwort wird RST gesendet – keine vollständige Verbindung.
TCP Connect: Führt kompletten 3-Way-Handshake durch. Vom Ziel als normale Verbindung sichtbar.
Kritische Ports (sofort schließen):
- 23 (Telnet): Klartext-Passwörter!
- 21 (FTP): Oft unverschlüsselt
- 445 (SMB): WannaCry-Ransomware
- 3389 (RDP): Häufig Ziel von Brute-Force
- 135/137-139 (NetBIOS): Windows-Angriffe
- 1433/3306 (Datenbanken): Direkte DB-Exposition
Diese Ports sollten NIE im Internet erreichbar sein! Nutze Firewall, VPN oder Reverse Proxy.
Schutzmaßnahmen:
- Firewall: Default Deny, nur nötige Ports öffnen
- Port-Knocking: Ports nur nach Sequenz öffnen
- Fail2ban: IP-Bans nach Scan-Versuchen
- IDS/IPS: Snort, Suricata erkennen Scans
- VPN: Dienste nicht direkt exponieren
- Rate Limiting: Verbindungen pro IP begrenzen
Für Heimnetzwerke:
- Router-Firewall aktivieren
- UPnP deaktivieren
- Keine Ports weiterleiten ohne Grund
- Regelmäßig Ports prüfen (z.B. auf
shields-up.canon.com)
Port-Status bei nmap:
| Status | Bedeutung |
|---|---|
| open | Port offen, Dienst antwortet |
| closed | Port geschlossen, kein Dienst |
| filtered | Firewall blockiert Antwort |
| unfiltered | Port erreichbar, Status unklar |
| open|filtered | Keine Antwort (UDP typisch) |
| closed|filtered | Idle-Scan, unklar |
filtered: Ein Router/Firewall blockiert die Antwort – nmap kann nicht feststellen, ob der Port offen oder geschlossen ist.
| Merkmal | TCP | UDP |
|---|---|---|
| Verbindung | Verbindungsorientiert | Zustandslos |
| Zuverlässig | Ja (Retransmit) | Nein |
| Reihenfolge | Garantiert | Nein |
| Handshake | 3-Way | Keiner |
| Geschwindigkeit | Langsamer | Schneller |
| Port-Nummern | Eigener Namensraum | Eigener Namensraum |
Wichtig: Port 53 (DNS) ist bei TCP und UDP definiert – es sind zwei verschiedene Ports!
UDP-Scans sind viel langsamer und unzuverlässiger, weil es keinen Handshake gibt.
Stealth-Scans versuchen, nicht entdeckt zu werden:
- SYN-Scan: Nie vollständige Verbindung
- FIN/NULL/XMAS: Ungewöhnliche Flags
- Fragmentation: Pakete aufteilen
- Decoys: Falsche Quell-IPs
- Timing: Langsam scannen (T1/T2)
- Source Port: Häufige Ports nutzen (53, 80)
Realität: Moderne IDS/IPS erkennen auch Stealth-Scans. "Stealth" ist relativ.
Dauer hängt ab von:
- Timing: T0 (Paranoid) bis T5 (Insane)
- Anzahl Ports: 100 vs 65.535
- Netzwerk: LAN vs Internet
- Firewall: Filtered Ports brauchen Timeout
- Service Detection: Verlangsamt stark
Beispiele:
- Top 100, T4: ~10 Sekunden
- 1-1024, T4: ~30 Sekunden
- Alle Ports, T4: ~5-30 Minuten
- Alle Ports, T3, gefiltert: Stunden
Zusammenfassung
Die wichtigsten Punkte
- Ports: 0-65535, aufgeteilt in Well-Known, Registered, Dynamic
- Port-Scan: Nur auf eigenen Systemen erlaubt (§ 202 StGB)
- nmap: Standard-Port-Scanner seit 1997
- SYN-Scan: Stealth, benötigt Root
- TCP Connect: Vollständiger Handshake, geloggt
- UDP-Scan: Langsam und unzuverlässig
- Kritische Ports: 23 (Telnet), 445 (SMB), 3389 (RDP)
- Status: open, closed, filtered, unfiltered
- Schutz: Firewall, fail2ban, Port-Knocking
- Unser Tool: Port-Scan-Simulator mit Risiko-Bewertung