Kryptographie

KAPITEL 07 · IT-SICHERHEIT

Kryptographie

Die Wissenschaft der sicheren Kommunikation – von symmetrischer und asymmetrischer Verschlüsselung über Hash-Funktionen bis zu digitalen Signaturen und Public-Key-Infrastrukturen. Verstehen Sie, wie Daten im Enterprise-Umfeld geschützt werden.

Symmetrisch & Asymmetrisch Hash-Funktionen Digitale Signaturen PKI & Zertifikate

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

Auf dieser Seite lernen Sie die Grundlagen der Kryptographie im Enterprise-Umfeld:

  • Definition: Was ist Kryptographie und warum ist sie wichtig?
  • Symmetrische Verschlüsselung: AES, ChaCha20 – ein Schlüssel für Ver- und Entschlüsselung
  • Asymmetrische Verschlüsselung: RSA, ECC – Schlüsselpaar aus öffentlichem und privatem Schlüssel
  • Hash-Funktionen: SHA-256, SHA-3 – Einwegfunktionen für Integrität
  • Digitale Signaturen: Authentizität und Nichtabstreitbarkeit
  • PKI: Public-Key-Infrastruktur und Zertifikate
  • TLS/SSL: Sichere Kommunikation im Web
  • Best Practices: Algorithmen, Schlüssellängen, Speicherung
  • FAQ: Häufige Fragen zur Kryptographie

1. Was ist Kryptographie?

Definition

Kryptographie (aus dem Griechischen: "verborgenes Schreiben") ist die Wissenschaft der sicheren Kommunikation in Gegenwart von Dritten. Sie umfasst Verfahren zum Verschlüsseln (Confidentiality), Signieren (Authenticity), Hashen (Integrity) und Austauschen von Schlüsseln (Key Exchange).

Im Enterprise-Umfeld ist Kryptographie unverzichtbar für: Schutz sensibler Daten (DSGVO, Compliance), sichere Kommunikation (TLS/SSL, VPN), digitale Signaturen (Verträge, E-Mails), Passwort-Speicherung (Hashing + Salt) und Zertifikatsmanagement (PKI).

Die vier Sicherheitsziele der Kryptographie: Vertraulichkeit (nur Berechtigte können lesen), Integrität (Daten wurden nicht manipuliert), Authentizität (Identität des Absenders ist sicher) und Verbindlichkeit/Nichtabstreitbarkeit (Absender kann Nachricht nicht abstreiten).

Warum ist Kryptographie im Enterprise so wichtig?

  • Datenschutz: DSGVO verlangt Verschlüsselung personenbezogener Daten
  • Compliance: ISO 27001, PCI-DSS, HIPAA fordern kryptographische Maßnahmen
  • Vertrauen: Kunden vertrauen nur verschlüsselten Verbindungen (HTTPS)
  • Schutz vor Angriffen: Verhindert Mitlesen, Manipulation und Identitätsdiebstahl
  • Rechtssicherheit: Digitale Signaturen haben rechtliche Bindungswirkung

2. Symmetrische vs. Asymmetrische Verschlüsselung

Die zwei grundlegenden Ansätze der Verschlüsselung unterscheiden sich in der Schlüsselverwendung.

Symmetrische Verschlüsselung

Ein Schlüssel für Ver- und Entschlüsselung

Sender und Empfänger verwenden denselben geheimen Schlüssel. Sehr schnell, aber Schlüssel muss sicher ausgetauscht werden.

  • Geschwindigkeit: Sehr schnell (Hardware-Beschleunigung)
  • Schlüssel: Ein geheimer Schlüssel (Shared Secret)
  • Einsatz: Massendaten-Verschlüsselung (Dateien, Datenbanken)
  • Nachteil: Schlüsselaustausch problematisch
Algorithmen: AES-256 (Standard), ChaCha20 (mobil), Twofish, Serpent

Asymmetrische Verschlüsselung

Schlüsselpaar: Öffentlich & Privat

Jeder Teilnehmer hat ein Schlüsselpaar: Öffentlicher Schlüssel (verschlüsselt) und privater Schlüssel (entschlüsselt). Langsamer, aber sicherer Schlüsselaustausch.

  • Geschwindigkeit: Langsam (100-1000× langsamer als symmetrisch)
  • Schlüssel: Schlüsselpaar (Public Key + Private Key)
  • Einsatz: Schlüsselaustausch, digitale Signaturen, Zertifikate
  • Vorteil: Kein geheimer Austausch nötig
Algorithmen: RSA (2048+ Bit), ECC (Elliptic Curve), Diffie-Hellman (Key Exchange)

Hybride Verschlüsselung – Das Beste aus beiden Welten

In der Praxis wird fast immer hybride Verschlüsselung verwendet:

  1. Asymmetrisch: Schlüsselaustausch (z.B. RSA oder Diffie-Hellman)
  2. Symmetrisch: Eigentliche Datenverschlüsselung (z.B. AES-256)

Beispiel TLS: Der Browser tauscht mit dem Server asymmetrisch einen Sitzungsschlüssel aus, dann wird die gesamte Kommunikation symmetrisch mit AES verschlüsselt.

3. Hash-Funktionen

Hash-Funktionen sind Einwegfunktionen, die beliebig lange Eingaben auf einen festen Ausgabewert (Hash/Fingerabdruck) abbilden. Sie sind essenziell für Integritätsprüfung und Passwort-Speicherung.

MD5

Message Digest 5

Veralteter Hash-Algorithmus mit schweren Sicherheitslücken. Kollisionen leicht erzeugbar.

  • Länge: 128 Bit (32 Hex-Zeichen)
  • Geschwindigkeit: Sehr schnell
  • Sicherheit: Gebrochen (Kollisionen)
VERALTET – Nicht verwenden!

SHA-1

Secure Hash Algorithm 1

Veralteter Standard, seit 2017 praktisch gebrochen. Nur noch für Legacy-Systeme.

  • Länge: 160 Bit (40 Hex-Zeichen)
  • Geschwindigkeit: Schnell
  • Sicherheit: Gebrochen (SHAttered-Angriff)
LEGACY – Migration empfohlen

SHA-256

Secure Hash Algorithm 256

Aktueller Industriestandard. Teil der SHA-2-Familie. Sicher und weit verbreitet.

  • Länge: 256 Bit (64 Hex-Zeichen)
  • Geschwindigkeit: Mittel
  • Sicherheit: Aktuell sicher

SHA-3

Keccak Algorithm

Neuester NIST-Standard (2015). Andere interne Struktur als SHA-2. Zukunftssicher.

  • Länge: 224/256/384/512 Bit
  • Geschwindigkeit: Mittel bis langsam
  • Sicherheit: Modern, zukunftssicher
MODERN – Für neue Projekte

Wichtige Eigenschaften von Hash-Funktionen

  • Einwegfunktion: Vom Hash kann nicht auf die Eingabe zurückgerechnet werden
  • Kollisionsresistenz: Zwei verschiedene Eingaben sollten nie denselben Hash ergeben
  • Deterministisch: Gleiche Eingabe = immer gleicher Hash
  • Lawineneffekt: Kleine Änderung der Eingabe → komplett anderer Hash
  • Feste Länge: Ausgabe hat immer gleiche Länge (unabhängig von Eingabelänge)

Passwort-Speicherung: Hash + Salt

Passwörter dürfen niemals im Klartext gespeichert werden. Best Practice:

  1. Salt generieren: Zufälliger Wert pro Benutzer (z.B. 16 Bytes)
  2. Passwort + Salt hashen: bcrypt, Argon2id oder PBKDF2 verwenden
  3. Speichern: Hash + Salt (Salt kann öffentlich sein)

Empfohlene Algorithmen: Argon2id (Gewinner Password Hashing Competition), bcrypt (bewährt), PBKDF2 (NIST-Standard).

4. Digitale Signaturen

Digitale Signaturen gewährleisten Authentizität (wer hat signiert?), Integrität (wurde nicht verändert) und Nichtabstreitbarkeit (Signierer kann nicht leugnen).

Wie funktionieren digitale Signaturen?

Signatur erstellen: Der Absender hasht die Nachricht und verschlüsselt den Hash mit seinem privaten Schlüssel. Das Ergebnis ist die digitale Signatur.

Signatur prüfen: Der Empfänger entschlüsselt die Signatur mit dem öffentlichen Schlüssel des Absenders und vergleicht den erhaltenen Hash mit dem selbst berechneten Hash der Nachricht. Stimmen beide überein, ist die Signatur gültig.

Wichtig: Nur der Besitzer des privaten Schlüssels kann signieren. Jeder mit dem öffentlichen Schlüssel kann die Signatur prüfen. Dies ermöglicht Nichtabstreitbarkeit – der Signierer kann nicht behaupten, er habe nicht signiert.

Rechtliche Bedeutung

In der EU haben digitale Signaturen mit qualifizierten Zertifikaten die gleiche Rechtswirkung wie handschriftliche Unterschriften (eIDAS-Verordnung). Einsatzgebiete:

  • Elektronische Verträge und Rechnungen
  • Behördliche Dokumente und Bescheide
  • Software-Updates (Code Signing)
  • E-Mail-Signaturen (S/MIME, PGP)
  • Dokumenten-Workflows und Genehmigungen

5. Public-Key-Infrastruktur (PKI)

PKI ist das System zur Verwaltung digitaler Zertifikate und öffentlicher Schlüssel. Es schafft Vertrauen in der digitalen Welt.

PKI-Hierarchie – Vertrauenskette

1
Root CA (Zertifizierungsstelle)

Die Wurzel des Vertrauens. Selbstsigniertes Zertifikat. Wird offline gespeichert und streng geschützt.

2
Intermediate CA

Von Root CA signiert. Stellt End-Entity-Zertifikate aus. Kann widerrufen werden ohne Root zu gefährden.

3
End-Entity-Zertifikat

Zertifikat für Server, Benutzer oder Geräte. Von Intermediate CA signiert. Enthält Public Key und Identität.

Wichtige PKI-Komponenten

  • CA (Certificate Authority): Stellt Zertifikate aus und signiert sie
  • RA (Registration Authority): Prüft Identität vor Zertifikatsausstellung
  • CRL (Certificate Revocation List): Liste widerrufener Zertifikate
  • OCSP (Online Certificate Status Protocol): Echtzeit-Prüfung der Gültigkeit
  • Repository: Speicher für ausgestellte Zertifikate und CRLs

Enterprise-PKI Best Practices

  • Root CA offline halten: Nur für Ausstellung von Intermediate CAs nutzen
  • Intermediate CAs verwenden: Nie direkt von Root CA signieren
  • Zertifikats-Lebenszyklus managen: Automatische Erneuerung vor Ablauf
  • Widerrufsmechanismen: CRL und OCSP konfigurieren
  • Monitoring: Ablaufende Zertifikate frühzeitig erkennen
  • HSM (Hardware Security Module): Private Keys sicher speichern

6. TLS/SSL – Sichere Webkommunikation

TLS (Transport Layer Security, früher SSL) ist das Standardprotokoll für verschlüsselte Kommunikation im Internet. Jede HTTPS-Verbindung nutzt TLS.

TLS-Handshake – Schritt für Schritt

Client Hello

Client sendet unterstützte TLS-Version, Cipher Suites und Zufallswert.

Server Hello

Server wählt TLS-Version und Cipher Suite, sendet eigenes Zertifikat.

Key Exchange

Asymmetrischer Schlüsselaustausch (RSA/Diffie-Hellman) für Sitzungsschlüssel.

Finished

Beide Seiten bestätigen Handshake. Symmetrische Verschlüsselung beginnt.

TLS-Versionen und Sicherheit

  • SSL 2.0/3.0: Veraltet, unsicher – deaktivieren!
  • TLS 1.0/1.1: Veraltet, bekannte Schwachstellen – deaktivieren!
  • TLS 1.2: Aktuell sicher, weit verbreitet – Minimum
  • TLS 1.3: Modernster Standard, schneller und sicherer – empfohlen

Empfehlung: Nur TLS 1.2 und TLS 1.3 aktivieren. Ältere Versionen aus Sicherheitsgründen deaktivieren.

7. Kryptographie Best Practices

Algorithmen wählen

  • Symmetrisch: AES-256-GCM oder ChaCha20-Poly1305
  • Asymmetrisch: RSA-2048+ oder ECC (P-256, Curve25519)
  • Hashing: SHA-256 oder SHA-3
  • Passwörter: Argon2id, bcrypt oder PBKDF2
  • Vermeiden: MD5, SHA-1, DES, RC4

Schlüsselmanagement

  • Schlüssellängen: RSA ≥ 2048 Bit, ECC ≥ 256 Bit, AES ≥ 256 Bit
  • Rotation: Schlüssel regelmäßig erneuern
  • Speicherung: HSM oder Key Vault verwenden
  • Zufall: Kryptographisch sichere Zufallszahlengeneratoren
  • Löschung: Sicheres Löschen (nicht nur Dateisystem)

Datenspeicherung

  • Verschlüsselung at Rest: Datenbanken, Festplatten, Backups
  • Verschlüsselung in Transit: TLS 1.2+ für alle Verbindungen
  • Tokenisierung: Sensible Daten durch Tokens ersetzen
  • Field-Level Encryption: Einzelne Felder verschlüsseln
  • Key Separation: Unterschiedliche Keys für verschiedene Zwecke

Compliance & Standards

  • DSGVO: Verschlüsselung personenbezogener Daten
  • PCI-DSS: Kreditkartendaten schützen (AES-256)
  • ISO 27001: Kryptographische Kontrollen
  • BMI-Richtlinien: Technische Richtlinie TR-02102
  • NIST: FIPS 140-2/3 für US-Behörden

Häufige Fehler vermeiden

  • Eigene Kryptographie erfinden: Niemals! Immer etablierte Algorithmen nutzen
  • Hardcoded Keys: Schlüssel nie im Quellcode speichern
  • ECB-Modus: Nie ECB bei symmetrischer Verschlüsselung (nutze GCM/CBC)
  • IV/Nonce wiederverwenden: Immer eindeutige Initialisierungsvektoren
  • Passwörter im Klartext: Immer hashen + salten
  • Zertifikate ignorieren: TLS-Zertifikatsvalidierung nie deaktivieren

8. FAQ – Häufige Fragen & Antworten

Häufige Fragen zur Kryptographie

Was ist der Unterschied zwischen Verschlüsselung und Hashing?

Verschlüsselung ist eine Zwei-Wege-Funktion: Daten können verschlüsselt und wieder entschlüsselt werden (mit dem richtigen Schlüssel). Ziel: Vertraulichkeit.

Hashing ist eine Einweg-Funktion: Vom Hash kann nicht auf die Originaldaten zurückgerechnet werden. Ziel: Integritätsprüfung, Passwort-Speicherung.

Beispiel: Eine Datei wird mit AES verschlüsselt (kann später entschlüsselt werden). Ein Passwort wird mit bcrypt gehasht (kann nie "enthast" werden, nur verglichen).

Warum sollte ich asymmetrische Verschlüsselung nicht für große Datenmengen verwenden?

Asymmetrische Verschlüsselung (RSA, ECC) ist 100-1000× langsamer als symmetrische Verschlüsselung (AES). Grund: Komplexe mathematische Operationen (Modulo-Exponentiation, elliptische Kurven).

Lösung: Hybride Verschlüsselung. Asymmetrisch nur für Schlüsselaustausch verwenden, dann symmetrisch für die eigentlichen Daten. So macht es TLS, PGP und S/MIME.

Wie speichere ich Passwörter sicher?

Niemals im Klartext! Best Practice:

  1. Salt generieren: Zufälliger Wert (min. 16 Bytes) pro Benutzer
  2. Langsamen Hash-Algorithmus wählen: Argon2id (empfohlen), bcrypt oder PBKDF2
  3. Iterationen/Work Factor hoch setzen: Mindestens 100ms Rechenzeit pro Hash
  4. Speichern: Hash + Salt (Salt kann öffentlich sein)

Vermeiden: MD5, SHA-1/256 (zu schnell), eigene Algorithmen, Salt-Wiederverwendung.

Was ist Perfect Forward Secrecy (PFS)?

PFS gewährleistet, dass ein kompromittierter langfristiger privater Schlüssel nicht frühere Sitzungen entschlüsseln kann.

Funktionsweise: Bei jedem TLS-Handshake wird ein neuer, temporärer Sitzungsschlüssel per Diffie-Hellman (ECDHE) ausgehandelt. Dieser wird nach der Sitzung gelöscht. Selbst wenn der Server-Private-Key später gestohlen wird, bleiben alte Verbindungen sicher.

Empfehlung: Immer ECDHE-Cipher-Suites verwenden (z.B. TLS_ECDHE_RSA_WITH_AES_256_GCM_SHA384).

Welche Schlüssellängen sind aktuell sicher?

Stand 2024 (BSI/NIST-Empfehlungen):

  • Symmetrisch (AES): Mindestens 128 Bit, empfohlen 256 Bit
  • RSA: Mindestens 2048 Bit, empfohlen 3072+ Bit
  • ECC: Mindestens 256 Bit (P-256), empfohlen 384+ Bit (P-384)
  • Diffie-Hellman: Mindestens 2048 Bit, empfohlen 3072+ Bit
  • Hash (SHA): Mindestens 256 Bit (SHA-256), empfohlen SHA-3

Hinweis: Diese Empfehlungen gelten für mittelfristige Sicherheit (bis ~2030). Für langfristige Sicherheit höhere Längen wählen.

Was ist der Unterschied zwischen TLS und SSL?

SSL (Secure Sockets Layer) ist der veraltete Vorgänger von TLS. SSL 2.0 und 3.0 haben schwere Sicherheitslücken und sollten deaktiviert werden.

TLS (Transport Layer Security) ist der moderne Nachfolger. TLS 1.2 ist aktuell sicher, TLS 1.3 ist der neueste Standard mit verbesserter Sicherheit und Performance.

Empfehlung: Nur TLS 1.2 und TLS 1.3 aktivieren. Alle SSL-Versionen und TLS 1.0/1.1 deaktivieren.

Bedroht Quantencomputing die aktuelle Kryptographie?

Ja, langfristig. Quantencomputer könnten mit Shor-Algorithmus RSA und ECC brechen. Symmetrische Verschlüsselung (AES) ist weniger betroffen (nur Halbierung der effektiven Schlüssellänge durch Grover-Algorithmus).

Zeitrahmen: Experten schätzen, dass praktische Quantenangriffe auf RSA/ECC in 10-20 Jahren möglich sein könnten.

Lösung: Post-Quanten-Kryptographie (PQC). NIST hat 2022 erste PQC-Standards veröffentlicht (CRYSTALS-Kyber, CRYSTALS-Dilithium). Unternehmen sollten jetzt mit der Migration planen ("Crypto-Agility").

Wie erkenne ich, ob eine Website sicher verschlüsselt ist?

Im Browser prüfen:

  • Schloss-Symbol: In der Adressleiste (HTTPS)
  • URL: Beginnt mit "https://" (nicht "http://")
  • Zertifikat prüfen: Klick auf Schloss → Zertifikatdetails ansehen
  • Gültigkeit: Zertifikat nicht abgelaufen, korrekte Domain
  • Aussteller: Vertrauenswürdige CA (DigiCert, Let's Encrypt, Sectigo)

Tools: SSL Labs (Qualys) für detaillierte Analyse, Browser-DevTools für Cipher-Suite-Inspektion.

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • Kryptographie: Wissenschaft der sicheren Kommunikation (Verschlüsselung, Signatur, Hashing)
  • Symmetrisch: Ein Schlüssel, sehr schnell (AES-256, ChaCha20)
  • Asymmetrisch: Schlüsselpaar, langsamer aber sicherer Austausch (RSA, ECC)
  • Hybrid: Asymmetrisch für Key Exchange, symmetrisch für Daten (TLS)
  • Hash-Funktionen: Einwegfunktionen für Integrität (SHA-256, SHA-3)
  • Passwörter: Immer hashen + salten (Argon2id, bcrypt)
  • Digitale Signaturen: Authentizität + Nichtabstreitbarkeit
  • PKI: Hierarchisches Vertrauensmodell (Root CA → Intermediate CA → End-Entity)
  • TLS: Nur TLS 1.2+ verwenden, Perfect Forward Secrecy aktivieren
  • Best Practices: Etablierte Algorithmen, ausreichende Schlüssellängen, sichere Speicherung

Enterprise-Tipps

  • Zentralisiertes Key-Management: Azure Key Vault, AWS KMS, HashiCorp Vault
  • Automatisierung: Zertifikatserneuerung automatisieren (ACME/Let's Encrypt)
  • Monitoring: Ablaufende Zertifikate und schwache Algorithmen erkennen
  • Schulung: Entwickler für sichere Kryptographie sensibilisieren
  • Regelmäßige Audits: Kryptographische Implementierungen prüfen lassen
  • Crypto-Agility: Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptographie

Weiterführende Themen

Netzwerksicherheit

Firewalls, IDS/IPS, VPN und sichere Netzwerkarchitekturen.

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MFA, OAuth, SAML und Identity Management im Enterprise.

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