Routing & Switching

KAPITEL 05 · NETZWERKE

Routing & Switching

Das Rückgrat jeder Netzwerk-Infrastruktur – von Layer-2-Switching über VLANs und STP bis zu dynamischen Routing-Protokollen wie OSPF und BGP. Verstehen Sie, wie Datenpakete ihren Weg durch das Netzwerk finden.

Layer 2 vs Layer 3 VLANs & STP OSPF, BGP, EIGRP Enterprise-Architektur

Inhaltsverzeichnis

Schnellübersicht

Auf dieser Seite lernen Sie alles über Routing und Switching im Enterprise-Umfeld:

  • Grundlagen: Was ist der Unterschied zwischen Routing und Switching?
  • Switching (Layer 2): MAC-Adressen, Switch-Typen, Frame-Weiterleitung
  • Routing (Layer 3): IP-Adressen, Routing-Tabellen, statisch vs. dynamisch
  • Routing-Protokolle: OSPF, BGP, EIGRP, RIP, IS-IS
  • VLANs: Virtuelle Netzwerke, Trunking, Inter-VLAN-Routing
  • STP: Spanning Tree Protocol gegen Switching-Loops
  • Enterprise-Architektur: Core, Distribution, Access Layer
  • Best Practices: Sicherheit, Monitoring, Dokumentation
  • FAQ: Häufige Fragen und Antworten

1. Was ist Routing & Switching?

Definition

Switching und Routing sind die beiden grundlegenden Mechanismen, mit denen Datenpakete durch ein Netzwerk transportiert werden. Switching arbeitet auf Layer 2 (Sicherungsschicht) des OSI-Modells und leitet Frames anhand von MAC-Adressen innerhalb eines lokalen Netzwerks (LAN) weiter. Routing arbeitet auf Layer 3 (Vermittlungsschicht) und leitet Pakete anhand von IP-Adressen zwischen verschiedenen Netzwerken weiter.

Im Enterprise-Umfeld bilden Switches und Router das Rückgrat der gesamten Netzwerk-Infrastruktur. Ohne sie könnten keine Daten zwischen Abteilungen, Standorten oder dem Internet fließen.

Switch vs. Router – Der Unterschied

Switch (Layer 2)

Innerhalb eines Netzwerks
  • Arbeitet mit MAC-Adressen
  • Leitet Frames innerhalb eines LANs weiter
  • Baut MAC-Adresstabelle auf (CAM-Table)
  • Hardware-basiert (ASIC), sehr schnell
  • Erstellt Kollisionsdomänen pro Port
  • Unterstützt VLANs (Layer 2)
  • Typisch: 24/48 Ports
VS

Router (Layer 3)

Zwischen verschiedenen Netzwerken
  • Arbeitet mit IP-Adressen
  • Leitet Pakete zwischen Netzwerken weiter
  • Nutzt Routing-Tabellen
  • Software- und Hardware-basiert
  • Trennt Broadcast-Domänen
  • Unterstützt dynamische Routing-Protokolle
  • Typisch: 2-8 Interfaces

2. Switching (Layer 2)

Ein Switch verbindet Geräte innerhalb eines lokalen Netzwerks (LAN) und leitet Ethernet-Frames basierend auf MAC-Adressen weiter.

Wie funktioniert ein Switch?

Frame-Weiterleitung

  1. Frame empfangen: Switch liest die Quell-MAC-Adresse und speichert sie in der MAC-Tabelle (CAM-Table)
  2. Ziel-MAC prüfen: Switch sucht die Ziel-MAC-Adresse in seiner Tabelle
  3. Bekannt: Frame wird nur an den entsprechenden Port weitergeleitet (Unicast)
  4. Unbekannt: Frame wird an alle Ports geflutet (Flooding), außer dem Eingangs-Port
  5. Broadcast: Ziel-Adresse FF:FF:FF:FF:FF:FF → Frame geht an alle Ports

Switch-Typen

Unmanaged Switch

Plug & Play

Einfacher Switch ohne Konfigurationsmöglichkeiten. Ideal für kleine Büros und Heimnetzwerke.

  • Keine Konfiguration nötig
  • Günstig (20-80 €)
  • 5-16 Ports
  • Keine VLANs, kein QoS

Managed Switch (Layer 2)

Enterprise Standard

Vollständig konfigurierbar. Unterstützt VLANs, STP, QoS, Port Security und SNMP-Monitoring.

  • VLAN-Unterstützung (802.1Q)
  • Spanning Tree (STP/RSTP/MSTP)
  • QoS und Port Security
  • SNMP, Syslog, CLI/Web-GUI
  • Link Aggregation (LACP)

Layer-3-Switch

Switch + Router

Kombiniert Switching und Routing in einem Gerät. Kann IP-Pakete zwischen VLANs weiterleiten.

  • Alle Layer-2-Features
  • Inter-VLAN-Routing (SVI)
  • Statische Routen + OSPF
  • Hardware-basiertes Routing (ASIC)
  • Deutlich schneller als Router

3. Routing (Layer 3)

Router verbinden verschiedene Netzwerke miteinander und entscheiden anhand von IP-Adressen und Routing-Tabellen, welchen Weg ein Paket nimmt.

Statisches vs. Dynamisches Routing

Statisches Routing

Manuell konfiguriert
  • Routen werden manuell eingetragen
  • Kein Protokoll-Overhead
  • Vorhersehbar und sicher
  • Ideal für kleine Netzwerke
  • Keine automatische Anpassung
  • Aufwändig bei Änderungen
VS

Dynamisches Routing

Automatisch gelernt
  • Routen werden automatisch gelernt
  • Passt sich an Topologie-Änderungen an
  • Automatische Failover-Pfade
  • Ideal für große Netzwerke
  • Protokoll-Overhead (CPU, Bandbreite)
  • Komplexere Konfiguration

4. Routing-Protokolle im Detail

Dynamische Routing-Protokolle ermöglichen es Routern, automatisch die beste Route zu jedem Zielnetzwerk zu finden.

Manuell

Statische Route

Kein Protokoll – manuelle Konfiguration

Feste Routen, die vom Administrator manuell eingetragen werden. Keine automatische Anpassung.

  • Typ: Manuell
  • Metrik: Administrative Distanz (1)
  • Overhead: Keiner
  • Konvergenz: Sofort (keine Berechnung)
Einsatz: Default-Routen, kleine Netzwerke, Stub-Netzwerke
Link-State

OSPF

Open Shortest Path First

Das am weitesten verbreitete Interior Gateway Protocol (IGP). Nutzt den Dijkstra-Algorithmus.

  • Typ: Link-State (IGP)
  • Metrik: Cost (Bandbreite)
  • AD: 110
  • Konvergenz: Schnell (Sekunden)
  • Areas: Hierarchisches Design
Einsatz: Enterprise-LANs, Campus-Netzwerke, Multi-Vendor
Path-Vector

BGP

Border Gateway Protocol

Das Protokoll des Internets. Verbindet autonome Systeme (AS) weltweit miteinander.

  • Typ: Path-Vector (EGP)
  • Metrik: AS-Path, Local Pref, MED
  • AD: 20 (eBGP) / 200 (iBGP)
  • Konvergenz: Langsam (Minuten)
  • Skalierbarkeit: Extrem hoch
Einsatz: Internet-Backbone, Multi-Homing, MPLS, Datacenter
Hybrid

EIGRP

Enhanced Interior Gateway Routing Protocol

Cisco-Protokoll (jetzt offener Standard). Kombiniert Vorteile von Distanz-Vektor und Link-State.

  • Typ: Advanced Distanz-Vektor (IGP)
  • Metrik: Bandbreite, Delay, Load, Reliability
  • AD: 90 (intern) / 170 (extern)
  • Konvergenz: Sehr schnell (DUAL)
Einsatz: Cisco-Umgebungen, schnelle Konvergenz nötig
Distanz-Vektor

RIP

Routing Information Protocol

Das älteste dynamische Routing-Protokoll. Einfach, aber limitiert. Kaum noch im Einsatz.

  • Typ: Distanz-Vektor (IGP)
  • Metrik: Hop Count (max. 15)
  • AD: 120
  • Konvergenz: Langsam (Minuten)
Einsatz: Nur noch in Legacy-Netzwerken, Labore
Link-State

IS-IS

Intermediate System to Intermediate System

Link-State-Protokoll, ähnlich OSPF. Wird vor allem von ISPs und in großen Rechenzentren eingesetzt.

  • Typ: Link-State (IGP)
  • Metrik: Cost (konfigurierbar)
  • AD: 115
  • Konvergenz: Schnell
  • OSI-basiert: Nicht IP-abhängig
Einsatz: ISP-Backbone, große Datacenter (Microsoft, Facebook)

Routing-Protokolle im Vergleich

Protokoll Typ Metrik AD Konvergenz Einsatz
Statisch Manuell 1 Sofort Kleine Netze, Default-Route
OSPF Link-State Cost 110 Schnell Enterprise-LAN, Campus
EIGRP Hybrid Composite 90 Sehr schnell Cisco-Netzwerke
BGP Path-Vector AS-Path 20/200 Langsam Internet, Multi-Homing
RIP Distanz-Vektor Hops 120 Langsam Legacy, Labore
IS-IS Link-State Cost 115 Schnell ISP, Datacenter

5. VLANs – Virtuelle Netzwerke

VLANs (Virtual Local Area Networks) unterteilen ein physisches Netzwerk in logisch getrennte Broadcast-Domänen – ohne zusätzliche Hardware.

Warum VLANs?

  • Sicherheit: Trennung sensibler Bereiche (z.B. Finanzen, Gäste, IoT)
  • Performance: Kleinere Broadcast-Domänen = weniger Broadcast-Traffic
  • Flexibilität: Logische Gruppierung unabhängig vom physischen Standort
  • Verwaltung: Einfacheres Netzwerk-Management

Typische VLAN-Struktur im Unternehmen

Daten-VLAN (VLAN 10-99)

Für Arbeitsplatz-PCs, Drucker und allgemeine Netzwerkgeräte. Oft nach Abteilungen aufgeteilt.

Voice-VLAN (VLAN 100-199)

Für VoIP-Telefone. Getrenntes VLAN mit QoS-Priorisierung für Sprachqualität.

Management-VLAN (VLAN 99)

Für die Verwaltung von Switches, Routern und Access Points. Nur für Admins zugänglich.

Gäste-VLAN (VLAN 200-299)

Isoliertes Netzwerk für Besucher. Kein Zugriff auf interne Ressourcen, nur Internet.

Wichtige VLAN-Konzepte

  • Access Port: Gehört zu einem einzigen VLAN (Endgeräte)
  • Trunk Port: Transportiert mehrere VLANs zwischen Switches (802.1Q-Tagging)
  • Native VLAN: Ungetaggter Traffic auf Trunk-Ports (Standard: VLAN 1)
  • Inter-VLAN-Routing: Layer-3-Switch oder Router-on-a-Stick für Kommunikation zwischen VLANs
  • VLAN 1: Default-VLAN – sollte aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden

6. Spanning Tree Protocol (STP)

STP verhindert Switching-Loops in redundanten Netzwerk-Topologien, indem es redundante Pfade blockiert und nur einen aktiven Pfad zulässt.

Warum ist STP wichtig?

Ohne STP führen redundante Verbindungen zwischen Switches zu Broadcast-Stürmen: Frames zirkulieren endlos im Netzwerk und überlasten alle Switches innerhalb von Sekunden. Das gesamte Netzwerk bricht zusammen.

STP-Ablauf (vereinfacht)

1
Root Bridge Wahl

Alle Switches vergleichen Bridge IDs. Der Switch mit der niedrigsten ID wird Root Bridge.

2
Root Ports bestimmen

Jeder Nicht-Root-Switch wählt den Port mit dem kürzesten Pfad zur Root Bridge.

3
Designated Ports bestimmen

Auf jedem Segment wird der Port mit dem besten Pfad zur Root als Designated Port gewählt.

4
Redundante Ports blockieren

Alle verbleibenden Ports werden in den Blocking-State versetzt (kein Traffic).

STP-Version Standard Konvergenz Besonderheit
STP 802.1D 30-50 Sekunden Original, sehr langsam
RSTP 802.1w 1-3 Sekunden Rapid STP, deutlich schneller
MSTP 802.1s 1-3 Sekunden Multiple STP-Instanzen pro VLAN-Gruppe
PVST+ Cisco 1-3 Sekunden Pro VLAN eine STP-Instanz (Cisco)

7. Enterprise-Netzwerkarchitektur

Das Cisco 3-Tier-Modell (Hierarchisches Netzwerkdesign) ist der Standard für Enterprise-Netzwerke. Es unterteilt das Netzwerk in drei logische Schichten.

Core Layer (Kernschicht)

Das Hochgeschwindigkeits-Backbone des Netzwerks. Maximale Verfügbarkeit und Durchsatz. Keine Paketmanipulation (kein ACL, kein NAT). Nur schnelles Forwarding. Redundante 10/40/100 Gbit/s Verbindungen.

Distribution Layer (Verteilungsschicht)

Aggregiert den Traffic der Access-Switches. Hier findet Routing, ACL-Filterung, QoS und Inter-VLAN-Routing statt. Grenze zwischen Layer 2 und Layer 3. Policy-Enforcement.

Access Layer (Zugangsschicht)

Verbindet Endgeräte (PCs, Telefone, APs, Drucker) mit dem Netzwerk. VLAN-Zuweisung, Port Security, 802.1X-Authentifizierung, PoE für Telefone und APs.

Moderne Alternative: Spine-Leaf-Architektur

In modernen Datacentern wird zunehmend das Spine-Leaf-Modell (Clos-Netzwerk) statt des 3-Tier-Modells eingesetzt. Vorteile: Gleiche Latenz zwischen allen Servern, bessere Skalierbarkeit, kein STP nötig (ECMP statt STP). Wird von Cisco ACI, Arista und Juniper unterstützt.

8. Best Practices

VLAN & Switching

  • VLAN 1 nicht für Datenverkehr nutzen
  • Native VLAN auf Trunks ändern (nicht VLAN 1)
  • Unbenutzte Ports in ein "Parking-VLAN" verschieben
  • Port Security aktivieren (MAC-Limit)
  • BPDU Guard auf Access-Ports aktivieren
  • RSTP oder MSTP statt legacy STP verwenden

Routing

  • OSPF als Standard-IGP im Enterprise
  • Area-Design: Backbone Area 0 + Stub/NSSA Areas
  • Default-Route zum Internet-Gateway
  • Route-Summarization an Area-Grenzen
  • Passive Interfaces für Endgeräte-Netzwerke
  • BGP nur an den Netzwerkgrenzen (Edge)

Sicherheit

  • 802.1X für Netzwerk-Authentifizierung
  • DHCP Snooping gegen Rogue DHCP-Server
  • Dynamic ARP Inspection (DAI)
  • IP Source Guard
  • ACLs an Distribution-Layer
  • Management-Zugriff nur über dediziertes VLAN

Monitoring & Dokumentation

  • SNMP v3 für Switch/Router-Monitoring
  • Syslog an zentralen Log-Server
  • NetFlow/sFlow für Traffic-Analyse
  • Netzwerk-Topologie dokumentieren
  • IP-Adress-Schema (IPAM) pflegen
  • Konfigurations-Backups automatisieren

9. FAQ – Häufige Fragen & Antworten

Häufige Fragen zu Routing & Switching

Was ist der Unterschied zwischen einem Switch und einem Router?

Ein Switch arbeitet auf Layer 2 (OSI) und leitet Frames anhand von MAC-Adressen innerhalb eines LANs weiter. Er verbindet Geräte im selben Netzwerk.

Ein Router arbeitet auf Layer 3 und leitet Pakete anhand von IP-Adressen zwischen verschiedenen Netzwerken weiter. Er verbindet unterschiedliche Netzwerke (z.B. LAN mit Internet).

Layer-3-Switches kombinieren beide Funktionen: Sie können sowohl switchen als auch routen – und das in Hardware-Geschwindigkeit.

Wann sollte ich OSPF statt EIGRP verwenden?

OSPF ist die bessere Wahl, wenn:

  • Sie eine Multi-Vendor-Umgebung haben (OSPF ist offener Standard)
  • Sie ein hierarchisches Netzwerk-Design mit Areas benötigen
  • Sie große Netzwerke mit vielen Routern betreiben

EIGRP ist besser, wenn:

  • Sie eine reine Cisco-Umgebung betreiben
  • Sie extrem schnelle Konvergenz benötigen (DUAL-Algorithmus)
  • Sie ungleichmäßige Lastverteilung (Unequal Cost Load Balancing) brauchen
Was ist ein Broadcast-Sturm und wie verhindere ich ihn?

Ein Broadcast-Sturm entsteht, wenn Broadcast-Frames in einer Schleife (Loop) endlos zwischen Switches zirkulieren. Das Netzwerk wird innerhalb von Sekunden überlastet und bricht zusammen.

Verhinderung:

  • STP/RSTP/MSTP aktivieren: Verhindert Layer-2-Loops
  • BPDU Guard: Schaltet Ports ab, die unerwartet BPDUs empfangen
  • Loop Guard: Verhindert, dass blockierte Ports versehentlich aktiv werden
  • Storm Control: Begrenzt die Broadcast-Rate pro Port
  • Korrekte Verkabelung: Keine redundanten Verbindungen ohne STP
Wie funktioniert Inter-VLAN-Routing?

VLANs trennen Broadcast-Domänen – Geräte in verschiedenen VLANs können standardmäßig nicht miteinander kommunizieren. Für die Kommunikation zwischen VLANs wird ein Layer-3-Gerät benötigt:

  • Router-on-a-Stick: Ein Router mit einem Trunk-Interface und Sub-Interfaces pro VLAN (langsam, für kleine Netze)
  • Layer-3-Switch (SVI): Switched Virtual Interfaces – der Switch routet selbst in Hardware-Geschwindigkeit (empfohlen)

Empfehlung: In Enterprise-Netzwerken immer Layer-3-Switches für Inter-VLAN-Routing verwenden. Router-on-a-Stick ist ein Flaschenhals.

Was ist die Administrative Distanz (AD)?

Die Administrative Distanz (AD) ist ein Wert, der die Vertrauenswürdigkeit einer Routing-Quelle angibt. Je niedriger der Wert, desto vertrauenswürdiger die Quelle:

  • Connected: AD 0 (direkt verbunden)
  • Statisch: AD 1
  • EIGRP: AD 90
  • OSPF: AD 110
  • RIP: AD 120
  • BGP (extern): AD 20

Wenn ein Router dieselbe Route von mehreren Protokollen lernt, wählt er die Route mit der niedrigsten AD.

Was ist der Unterschied zwischen Trunk- und Access-Port?

Access-Port: Gehört zu genau einem VLAN. Wird für Endgeräte (PCs, Drucker, Telefone) verwendet. Frames werden ohne VLAN-Tag gesendet.

Trunk-Port: Transportiert Traffic mehrerer VLANs zwischen Switches oder zu Routern. Frames werden mit 802.1Q-VLAN-Tags versehen, damit der empfangende Switch weiß, zu welchem VLAN der Frame gehört.

Best Practice: Access-Ports für Endgeräte, Trunk-Ports nur zwischen Netzwerkgeräten (Switch-Switch, Switch-Router).

Wann brauche ich BGP im Enterprise?

BGP wird im Enterprise typischerweise in folgenden Szenarien benötigt:

  • Multi-Homing: Zwei oder mehr Internet-Anbindungen von verschiedenen ISPs
  • MPLS-Netzwerke: MP-BGP für VPN-Verbindungen zwischen Standorten
  • Datacenter: BGP als Underlay-Protokoll in Spine-Leaf-Architekturen
  • Cloud-Anbindung: BGP-Peering mit AWS Direct Connect, Azure ExpressRoute

Für reine LAN-Netzwerke reicht OSPF oder EIGRP als IGP aus. BGP ist nur an den Netzwerkgrenzen (Edge) nötig.

Was ist DHCP Snooping und warum ist es wichtig?

DHCP Snooping ist ein Sicherheitsfeature auf Managed Switches, das vor Rogue DHCP-Servern schützt. Ein Angreifer könnte einen eigenen DHCP-Server ins Netzwerk bringen und Clients falsche IP-Adressen und Gateways zuweisen (Man-in-the-Middle-Angriff).

Funktionsweise:

  • Switch-Ports werden als Trusted (zum echten DHCP-Server) oder Untrusted (Endgeräte) konfiguriert
  • DHCP-Angebote (Offer) von Untrusted-Ports werden blockiert
  • Der Switch erstellt eine Snooping-Datenbank mit IP-MAC-Zuordnungen
  • Diese Datenbank wird von DAI (Dynamic ARP Inspection) und IP Source Guard genutzt

Zusammenfassung

Die wichtigsten Punkte

  • Switching (Layer 2): Frame-Weiterleitung anhand von MAC-Adressen innerhalb eines LANs
  • Routing (Layer 3): Paket-Weiterleitung anhand von IP-Adressen zwischen Netzwerken
  • Switch-Typen: Unmanaged (Plug & Play), Managed (VLAN, STP), Layer-3 (Routing)
  • Routing-Protokolle: OSPF (Standard-IGP), BGP (Internet), EIGRP (Cisco), RIP (Legacy)
  • VLANs: Logische Netzwerktrennung, Trunking (802.1Q), Inter-VLAN-Routing
  • STP: Verhindert Switching-Loops, RSTP/MSTP für schnelle Konvergenz
  • Enterprise-Architektur: Core → Distribution → Access (3-Tier-Modell)
  • Sicherheit: 802.1X, DHCP Snooping, DAI, Port Security, ACLs
  • Monitoring: SNMP, Syslog, NetFlow, IPAM, Konfigurations-Backups

Enterprise-Tipps

  • OSPF als Standard: Für die meisten Enterprise-Netzwerke ist OSPF die beste Wahl
  • Layer-3 bis zum Access: Moderne Netzwerke routen so nah wie möglich am Endgerät
  • Kein VLAN 1: Default-VLAN aus Sicherheitsgründen nicht für Datenverkehr nutzen
  • Redundanz: Dual-Homing, HSRP/VRRP für Gateway-Redundanz
  • Automatisierung: Ansible, Python, NETCONF für Konfigurations-Management

Weiterführende Themen

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OSI-Modell, TCP/IP, Netzwerk-Topologien und Grundlagen der Datenübertragung.

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IP-Adressierung

IPv4, IPv6, Subnetting, CIDR und VLSM im Detail.

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