Weitere Grundlagen
Weitere IT-Grundlagen
Alles Wichtige drumherum – von IT-Standards über Software-Lizenzen und IT-Berufe bis zu Ergonomie, Green IT, Barrierefreiheit, DSGVO und Zeitzonen. Das Fundament für professionelles IT-Verständnis.
Inhaltsverzeichnis
Schnellübersicht
Auf dieser Seite finden Sie alle Themen der "Weiteren IT-Grundlagen":
- IT-Standards & Normen: ISO, IEEE, RFC, W3C, IETF, DIN
- Software-Lizenzen: Open Source, Proprietär, Freeware, Creative Commons
- IT-Berufe: Entwickler, Admin, Security, Data, Cloud und mehr
- Ergonomie: Gesunder IT-Arbeitsplatz nach Bildschirmarbeitsverordnung
- Green IT: Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
- Barrierefreiheit: WCAG, Accessibility für alle Nutzer
- IT-Ethik & Datenschutz: DSGVO, verantwortungsvoller Umgang
- Zeitzonen & Zeitformate: Unix-Timestamp, ISO 8601, UTC
Die 8 Themen im Überblick
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IT-Standards
Internationale Normen und Standards, die Kompatibilität und Qualität sichern.
- ISO 27001 (Sicherheit)
- IEEE 802.11 (WLAN)
- RFC (Internet-Standards)
- W3C (Web-Standards)
Software-Lizenzen
Rechtliche Rahmenbedingungen für Software-Nutzung und -Weitergabe.
- GPL, MIT, Apache
- Proprietäre Lizenzen
- Freeware & Shareware
- Creative Commons
IT-Berufe
Vom Entwickler bis zum CIO – die wichtigsten IT-Berufsbilder im Überblick.
- Softwareentwickler
- Systemadministrator
- Security-Spezialist
- Data Scientist
Ergonomie
Richtwerte für Monitor, Stuhl, Tisch und Beleuchtung nach ArbStättV.
- Monitor-Abstand
- Stuhl- & Tisch-Höhe
- Beleuchtung (Lux)
- Raumtemperatur
Green IT
Energieeffizienz, Recycling und umweltbewusste IT-Nutzung.
- CO₂-Fußabdruck
- Energieeffizienz
- Recycling
- Green Cloud
Accessibility
Webinhalte für alle Menschen zugänglich – auch mit Einschränkungen.
- WCAG 2.1 Level AA
- 4 POUR-Prinzipien
- Screenreader-Support
- ARIA-Labels
IT-Ethik & DSGVO
Verantwortungsvoller Umgang mit Daten und Technologie.
- DSGVO-Grundsätze
- Betroffenenrechte
- Privacy by Design
- KI-Ethik
Zeitzonen
Wie Computer Zeit darstellen: UTC, Timestamps und Zeitzonen.
- Unix-Timestamp
- ISO 8601 Format
- UTC vs. GMT
- Y2038-Problem
1. IT-Standards & Normen
Standards sorgen dafür, dass Produkte und Dienste weltweit kompatibel sind. Sie werden von internationalen Organisationen entwickelt.
ISO
International Organization for Standardization – entwickelt internationale Normen in fast allen technischen Bereichen.
- ISO 9001: Qualitätsmanagement
- ISO 27001: Informationssicherheit
- ISO 8601: Datums- und Zeitformat
- ISO/IEC 7816: Chipkarten
IEEE
Institute of Electrical and Electronics Engineers – Standardisierung in Elektrotechnik und Informatik.
- IEEE 802.3: Ethernet
- IEEE 802.11: WLAN (Wi-Fi)
- IEEE 754: Floating-Point-Arithmetik
- IEEE 1394: FireWire
RFC
Request for Comments – Technische Dokumente für Internet-Standards, veröffentlicht von der IETF.
- RFC 791: IPv4
- RFC 2616 / 9110: HTTP
- RFC 5322: E-Mail-Format
- RFC 1035: DNS
W3C
World Wide Web Consortium – entwickelt Standards für das World Wide Web, gegründet von Tim Berners-Lee.
- HTML5: Aktuelle HTML-Version
- CSS3: Stylesheet-Sprache
- WCAG: Barrierefreiheit-Richtlinien
- SVG: Vektorgrafiken
IETF
Internet Engineering Task Force – entwickelt die technischen Standards des Internets (veröffentlicht als RFCs).
- TCP/IP: Internet-Protokoll-Suite
- TLS/SSL: Verschlüsselung
- DHCP: IP-Konfiguration
- BGP: Internet-Routing
DIN
Deutsches Institut für Normung – Nationale Normungsorganisation, vertritt Deutschland bei ISO und IEC.
- DIN 31635: Digitale Barrierefreiheit
- DIN EN ISO 9001: Qualitätsmanagement
- DIN VDE 0100: Elektroinstallation
- DIN 33430: Eignungsdiagnostik
Warum sind Standards wichtig?
- Kompatibilität: Geräte verschiedener Hersteller funktionieren zusammen
- Qualität: Mindestanforderungen werden definiert
- Interoperabilität: Systeme können miteinander kommunizieren
- Innovation: Entwickler können auf etablierten Grundlagen aufbauen
- Wettbewerb: Offene Standards verhindern Vendor-Lock-in
2. Software-Lizenzmodelle
Software-Lizenzen regeln, wie Software genutzt, verändert und weitergegeben werden darf. Es gibt verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Freiheiten.
Open Source
- Quellcode einsehbar
- Modifikation erlaubt
- Kommerzielle Nutzung
- Weitergabe erlaubt
- Community-getrieben
Proprietär
- Quellcode geschlossen
- Keine Modifikation
- Kommerzielle Nutzung
- Keine Weitergabe
- Support vom Hersteller
Freeware
- Quellcode geschlossen
- Keine Modifikation
- Kostenlos nutzbar
- Eingeschränkte Weitergabe
- Oft für Privatnutzung
Shareware
- Testphase kostenlos
- Zeitlich begrenzt (30 Tage)
- Eingeschränkte Funktionen
- Vollversion kaufbar
- "Try before buy"
Public Domain
- Keine Einschränkungen
- Vollständige Freiheit
- Kommerzielle Nutzung
- Keine Namensnennung nötig
- Gemeinfrei
Creative Commons
- BY: Namensnennung
- SA: Weitergabe unter gleichen Bedingungen
- NC: Nicht-kommerziell
- ND: Keine Bearbeitungen
- Frei kombinierbar
Wichtige Open-Source-Lizenzen
- GPL (GNU General Public License): Copyleft – abgeleitete Werke müssen ebenfalls Open Source sein
- MIT License: Sehr frei, kaum Einschränkungen, Namensnennung erforderlich
- Apache 2.0: Ähnlich MIT, mit Patent-Klausel
- BSD License: Frei, mit Namensnennung, keine Copyleft-Pflicht
- LGPL: "Weak Copyleft" – darf in proprietärer Software verlinkt werden
- Mozilla Public License (MPL): Datei-basiertes Copyleft
3. IT-Berufe im Überblick
Die IT-Branche bietet vielfältige Karrieremöglichkeiten. Hier sind die wichtigsten Berufsbilder mit typischen Aufgaben und Gehältern.
Softwareentwickler/in
50.000 - 85.000 €Entwickelt Software, Apps und Webseiten. Schreibt Code, testet Programme und behebt Fehler.
Systemadministrator/in
45.000 - 75.000 €Betreut Server, Netzwerke und IT-Infrastruktur. Sorgt für Verfügbarkeit und Sicherheit.
IT-Security-Spezialist/in
60.000 - 100.000 €Schützt Systeme vor Cyberangriffen. Führt Penetrationstests durch und entwickelt Sicherheitskonzepte.
Data Scientist / Analyst
55.000 - 95.000 €Analysiert große Datenmengen, erstellt Modelle für KI und Machine Learning.
Netzwerkingenieur/in
55.000 - 85.000 €Plant und implementiert Netzwerke. Konfiguriert Router, Switches und Firewalls.
Cloud Architekt/in
70.000 - 110.000 €Entwirft Cloud-Infrastrukturen auf AWS, Azure oder Google Cloud. Migriert Systeme in die Cloud.
IT-Support / Helpdesk
35.000 - 55.000 €Erste Anlaufstelle für IT-Probleme. Hilft Anwendern bei Hardware- und Softwarefragen.
IT-Projektmanager/in
65.000 - 100.000 €Leitet IT-Projekte, koordiniert Teams, plant Budgets und sorgt für termingerechte Umsetzung.
Ausbildungswege in der IT
- Duale Ausbildung: Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung, Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse, Digitale Vernetzung)
- Studium: Informatik, Wirtschaftsinformatik, Angewandte Informatik, IT-Sicherheit
- Weiterbildung: IHK-Zertifikate, Herstellerzertifikate (Cisco, Microsoft, AWS)
- Quereinstieg: Bootcamps, Online-Kurse, Selbststudium mit Zertifikaten
4. Ergonomie am IT-Arbeitsplatz
Die Bildschirmarbeitsverordnung (ArbStättV) definiert Mindestanforderungen für IT-Arbeitsplätze in Deutschland. Richtige Ergonomie verhindert Gesundheitsschäden.
Monitor-Abstand
Monitorarmlänge, Oberkante auf Augenhöhe, leichte Neigung nach oben
Stuhl-Höhe
Oberschenkel waagrecht, Unterschenkel senkrecht, Füße flach am Boden
Tisch-Höhe
Unterarme waagrecht auf der Tischplatte, Schultern entspannt
Beleuchtung
Am Arbeitsplatz, blendfrei, keine Reflexionen auf dem Monitor
Monitor-Größe
Mindestens 24 Zoll für Büroarbeit, 27" für Grafik/Video, 4K empfohlen
Bildwiederholrate
Flimmerfreies Bild, 75 Hz oder höher empfohlen, 120+ Hz ideal
Arbeitsfläche
Mindestmaße für Tischplatte, mehr Platz für mehrere Monitore
Raumtemperatur
Optimale Temperatur für konzentriertes Arbeiten, Luftfeuchte 40-60%
Tipps für gesundes Arbeiten
- 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf ein Objekt in 20 Fuß (6 m) Entfernung schauen
- Bewegung: Jede Stunde 5 Minuten aufstehen und bewegen
- Augenhöhe: Oberkante des Monitors auf Augenhöhe positionieren
- Handgelenke: Neutral halten, nicht abknicken, Handballenauflage nutzen
- Rücken: Aufrechtes Sitzen, Lordosenstütze nutzen, dynamisches Sitzen
- Bildschirmfilter: Blaulichtfilter am Abend reduzieren, "Night Shift" aktivieren
5. Green IT – Nachhaltigkeit in der IT
Green IT umfasst alle Maßnahmen zur umweltfreundlichen Nutzung von IT – von der Herstellung bis zur Entsorgung.
Die IT und ihr ökologischer Fußabdruck
Die IT-Branche verursacht weltweit erhebliche Umweltauswirkungen. Green IT zielt darauf ab, diese zu reduzieren.
- Energiesparmodi nutzen (Sleep, Hibernate)
- SSDs statt HDDs (bis zu 80% weniger Strom)
- Effiziente Netzteile (80 Plus Gold/Platinum)
- LED-Monitore statt LCD/CCFL
- Virtualisierung reduziert Server-Anzahl
- Dynamic Voltage and Frequency Scaling (DVFS)
- Geräte länger nutzen (5+ Jahre statt 3)
- Refurbished Hardware kaufen
- Altgeräte fachgerecht entsorgen
- Module austauschen statt Kompletttausch
- Edelmetalle zurückgewinnen (Gold, Silber)
- Hersteller mit gutem Recycling-Programm wählen
- Rechenzentren mit Ökostrom wählen
- Free Cooling (Außenluft zur Kühlung)
- Abwärme nutzen (Heizung von Gebäuden)
- PUE-Wert optimieren (Ideal: 1.0)
- Server-Auslastung erhöhen
- Standortwahl nach Klima (kühle Regionen)
- Blauer Engel: Umweltzeichen für IT-Geräte
- ENERGY STAR: Energieeffizienz (USA)
- TCO Certified: Nachhaltigkeit + Ergonomie
- EPEAT: Umweltbewertung für Elektronik
- 80 Plus: Netzteileffizienz (Bronze bis Titanium)
- EU Ecolabel: Europäisches Umweltzeichen
6. Barrierefreiheit (Accessibility)
Barrierefreiheit bedeutet, dass digitale Inhalte für alle Menschen nutzbar sind – auch für Menschen mit Behinderungen. Die WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) des W3C definieren internationale Standards.
Die 4 Prinzipien der WCAG (POUR)
Alle Webinhalte müssen diesen vier Prinzipien entsprechen:
Wahrnehmbar
Informationen müssen so dargestellt werden, dass Nutzer sie wahrnehmen können.
- Alternativtexte für Bilder
- Untertitel für Videos
- Ausreichender Kontrast (4.5:1)
- Text skalierbar bis 200%
Bedienbar
Interface-Komponenten müssen bedienbar sein – auch ohne Maus.
- Tastatur-Navigation möglich
- Keine zeitlichen Beschränkungen
- Keine blinkenden Inhalte
- Klare Fokus-Indikatoren
Verständlich
Informationen und Bedienung müssen verständlich sein.
- Einfache Sprache
- Konsistente Navigation
- Fehlerhinweise verständlich
- Sprache der Seite angegeben
Robust
Inhalte müssen von verschiedenen Technologien interpretierbar sein.
- Valides HTML
- Screenreader-kompatibel
- ARIA-Labels korrekt
- Abwärtskompatibilität
Praktische Umsetzung im HTML
- Semantisches HTML:
<header>,<nav>,<main>,<article>,<footer> - Bilder mit Alt-Text:
<img src="logo.png" alt="Firmenlogo"> - Formulare mit Labels:
<label for="email">+<input id="email"> - ARIA-Attribute:
aria-label,aria-required,role - Skip-Links:
<a href="#main">Zum Inhalt springen</a>
Rechtliche Grundlagen
- BITV 2.0 (Deutschland): Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung – verpflichtet öffentliche Stellen
- EU-Richtlinie 2016/2102: Barrierefreiheit von Websites und Apps öffentlicher Stellen
- European Accessibility Act (2025): Ausweitung auf private Unternehmen
- UN-Behindertenrechtskonvention: Internationale Verpflichtung zur Barrierefreiheit
- WCAG 2.1 Level AA: De-facto-Standard für Web-Barrierefreiheit
7. IT-Ethik & Datenschutz
IT-Fachkräfte tragen Verantwortung für den ethischen Umgang mit Technologie und den Schutz personenbezogener Daten.
Grundprinzipien
- Privatsphäre: Respekt vor persönlichen Daten
- Transparenz: Nachvollziehbare Algorithmen
- Gerechtigkeit: Keine Diskriminierung durch KI
- Verantwortung: Für die Folgen der Technik einstehen
- Schadensvermeidung: Keine schädliche Software
- Intellektuelles Eigentum: Lizenzen respektieren
Die 7 Grundsätze der DSGVO
- Rechtmäßigkeit: Rechtsgrundlage erforderlich
- Treu und Glauben: Transparente Verarbeitung
- Zweckbindung: Nur für festgelegte Zwecke
- Datenminimierung: Nur notwendige Daten
- Richtigkeit: Daten müssen korrekt sein
- Speicherbegrenzung: Nur so lange wie nötig
- Integrität: Sicherheit der Daten
Betroffenenrechte nach DSGVO
- Auskunftsrecht (Art. 15): Welche Daten werden gespeichert?
- Recht auf Berichtigung (Art. 16): Falsche Daten korrigieren
- Recht auf Löschung (Art. 17): "Recht auf Vergessenwerden"
- Recht auf Einschränkung (Art. 18): Verarbeitung einschränken
- Datenübertragbarkeit (Art. 20): Daten mitnehmen
- Widerspruchsrecht (Art. 21): Der Verarbeitung widersprechen
Herausforderungen bei KI
- Bias: Diskriminierung durch Trainingsdaten
- Transparenz: "Black Box"-Problem bei Deep Learning
- Autonome Waffen: Ethische Fragen bei Killer-Robotern
- Deepfakes: Manipulation von Bildern/Videos
- Jobverlust: Automatisierung von Arbeitsplätzen
- Überwachung: Gesichtserkennung im öffentlichen Raum
Praktische Datenschutz-Tipps
- Privacy by Design: Datenschutz von Anfang an mitdenken
- Privacy by Default: Strengste Einstellungen als Standard
- Verarbeitungsverzeichnis: Alle Datenverarbeitungsprozesse dokumentieren
- Datenschutz-Folgenabschätzung: Bei besonders riskanten Verarbeitungen
- Datenschutzbeauftragter: Pflicht ab 20 Mitarbeiter mit automatisierter Verarbeitung
- Meldepflicht: Datenpannen innerhalb von 72 Stunden melden
8. Zeitzonen & Zeitformate
Computer müssen Zeit konsistent darstellen und berechnen können. Dafür gibt es verschiedene Standards und Formate.
Wichtige Zeit-Standards
- UTC (Coordinated Universal Time): Weltzeit-Standard, ersetzt GMT
- Unix-Timestamp: Sekunden seit 1. Januar 1970 00:00:00 UTC
- ISO 8601: Internationales Datums- und Zeitformat (z.B. 2026-07-23T14:30:00Z)
- Zeitzone (TZ): Regionalspezifische Zeit (z.B. Europe/Berlin)
- Epoch: Startpunkt der Zeitberechnung (1.1.1970 bei Unix)
Wichtige Zeitzonen
Offset: ±00:00
Weltzeit-Standard, Basis für alle Zeitzonen
Offset: +01:00 / +02:00
Mitteleuropäische Zeit / Sommerzeit
Offset: -05:00 / -04:00
Eastern Standard/Daylight Time
Offset: +09:00
Japan Standard Time (keine Sommerzeit)
Bekannte Zeit-Probleme
- Y2K (Jahr-2000-Problem): 2-stellige Jahresangaben führten zu Fehlern
- Y2038-Problem: 32-Bit-Unix-Timestamp läuft am 19.01.2038 um 03:14:08 UTC über
- Schaltsekunden: UTC wird gelegentlich um 1 Sekunde korrigiert
- Sommerzeit: Zeitzonen-Wechsel kann zu doppelten/fehlenden Stunden führen
- Millennium-Bug: Ähnlich Y2K, aber für das Jahr 10000 (selten)
FAQ – Häufige Fragen & Antworten
Häufige Fragen zu den IT-Grundlagen
ISO (International Organization for Standardization) entwickelt internationale Normen in fast allen technischen Bereichen (z.B. ISO 9001 für Qualitätsmanagement, ISO 27001 für Informationssicherheit).
IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) ist spezialisiert auf Elektrotechnik und Informatik (z.B. IEEE 802.11 für WLAN, IEEE 802.3 für Ethernet).
Beide Organisationen arbeiten oft zusammen – viele IEEE-Standards werden auch als ISO-Normen übernommen.
Copyleft ist das Gegenteil von Copyright. Es garantiert, dass Software und alle abgeleiteten Werke frei bleiben:
- GPL (Copyleft): Abgeleitete Werke müssen ebenfalls unter GPL stehen
- MIT/Apache (Permissiv): Keine Copyleft-Pflicht, dürfen in proprietärer Software verwendet werden
Copyleft stellt sicher, dass Open-Source-Software nicht "eingesperrt" werden kann.
Alle IT-Berufe haben gute Aussichten, aber besonders gefragt sind:
- Cloud Architekt: Cloud-Migration und -Optimierung
- IT-Security-Spezialist: Cybersicherheit wird immer wichtiger
- Data Scientist / KI-Entwickler: KI und Machine Learning boomen
- DevOps Engineer: Automatisierung und CI/CD
Wichtig ist kontinuierliche Weiterbildung – die IT entwickelt sich rasant.
PUE (Power Usage Effectiveness) misst die Energieeffizienz eines Rechenzentrums:
- Formel: PUE = Gesamtenergie ÷ IT-Energie
- Ideal: 1.0 (gesamte Energie für IT)
- Gut: 1.2-1.4 (moderne Rechenzentren)
- Durchschnitt: 1.5-1.8
- Schlecht: > 2.0 (viel Energie für Kühlung/Beleuchtung)
Beispiel: PUE 1.5 bedeutet, dass 50% der Energie für Kühlung, USV etc. verbraucht werden.
WCAG (Web Content Accessibility Guidelines) definiert drei Konformitätsstufen:
- Level A: Mindestanforderungen (Basis-Barrierefreiheit)
- Level AA: Standard-Anforderungen (de-facto Standard, gesetzlich gefordert)
- Level AAA: Maximale Barrierefreiheit (schwer zu erreichen)
Die meisten Gesetze (BITV 2.0, EU-Richtlinie) verlangen Level AA.
Unix-Timestamp: Anzahl der Sekunden seit 1. Januar 1970 00:00:00 UTC (die "Unix Epoch").
Y2038-Problem: 32-Bit-Systeme können nur bis 2.147.483.647 Sekunden speichern. Das ist am 19. Januar 2038 um 03:14:08 UTC erreicht. Danach "überläuft" der Zähler und Systeme könnten falsche Zeiten anzeigen.
Lösung: Moderne Systeme verwenden 64-Bit-Timestamps, die für Milliarden Jahre ausreichen.
Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) basiert auf 7 Grundsätzen:
- Rechtmäßigkeit: Jede Verarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage
- Treu und Glauben: Transparente Verarbeitung
- Zweckbindung: Daten nur für festgelegte Zwecke
- Datenminimierung: Nur notwendige Daten sammeln
- Richtigkeit: Daten müssen korrekt und aktuell sein
- Speicherbegrenzung: Nur so lange wie nötig speichern
- Integrität: Sicherheit der Daten gewährleisten
Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 20 Mio. € oder 4% des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.
Die wichtigsten Regeln für einen gesunden IT-Arbeitsplatz:
- Monitor: 50-80 cm Abstand, Oberkante auf Augenhöhe
- Stuhl: Höhe so einstellen, dass Füße flach am Boden stehen
- Tisch: Höhe so, dass Unterarme waagrecht aufliegen
- Beleuchtung: Mindestens 500 Lux, blendfrei
- Bewegung: Jede Stunde 5 Minuten aufstehen
- 20-20-20-Regel: Alle 20 Min. auf ein Objekt in 6m Entfernung schauen
Investition in einen guten ergonomischen Stuhl und Monitor zahlt sich langfristig aus – weniger Rückenschmerzen, bessere Konzentration.
Freeware: Software ist kostenlos nutzbar, aber der Quellcode ist geschlossen. Keine Modifikation oder Weitergabe erlaubt. Beispiele: Skype, Adobe Reader.
Open Source: Software ist kostenlos UND der Quellcode ist offen. Modifikation und Weitergabe sind erlaubt. Beispiele: Linux, Firefox, LibreOffice.
Merke: Freeware = nur kostenlos, Open Source = kostenlos + offen + modifizierbar.
Privacy by Design ist ein DSGVO-Grundsatz, der besagt, dass Datenschutz von Anfang an in die Entwicklung von Systemen und Prozessen integriert werden muss – nicht nachträglich.
Beispiele:
- Standardeinstellung: Daten nur so lange wie nötig speichern
- Minimale Datenerhebung: Nur notwendige Daten abfragen
- Verschlüsselung von Anfang an implementieren
- Datenschutzfreundliche Voreinstellungen (Privacy by Default)
Zusammenfassung
Die wichtigsten Punkte
- IT-Standards: ISO, IEEE, RFC, W3C, IETF, DIN sorgen für Kompatibilität und Qualität
- Lizenzen: Open Source (GPL, MIT), Proprietär, Freeware, Shareware, Creative Commons
- IT-Berufe: Entwickler, Admin, Security, Data Scientist, Cloud Architekt u.v.m.
- Ergonomie: 50-80 cm Monitor-Abstand, 500 Lux, 20-22°C Raumtemperatur
- Green IT: 4% globale CO₂-Emissionen, PUE-Wert optimieren, Recycling
- Accessibility: WCAG 2.1 Level AA, 4 POUR-Prinzipien, gesetzlich gefordert
- DSGVO: 7 Grundsätze, 6 Betroffenenrechte, Bußgelder bis 20 Mio. €
- Zeitzonen: UTC, Unix-Timestamp, ISO 8601, Y2038-Problem
Bereit für das nächste Kapitel?
Die IT-Grundlagen bilden das Fundament für alles Weitere. Im nächsten Kapitel lernen Sie Hardware-Komponenten kennen – von CPUs über RAM bis zu Mainboards und GPUs.
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